Pflegezusatzversicherung: Sind sie sinnvoll oder überflüssig?

Senioren berechnen ob eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist

Angesichts der Prognosen, die starke Anstiege der Pflegekosten in der Zukunft vorhersagen, erscheint es verständlich, dass die gesetzliche Absicherung nur einen Teil der anfallenden Aufwendungen deckt. Immer mehr Menschen erwägen deshalb heute eine Pflegezusatzversicherung. Diese zusätzliche Absicherung kann die staatliche Pflegeversicherung sinnvoll ergänzen, wenn Sie einige Punkte beachten. Um die individuellen Bedürfnisse zu decken, existieren verschiedene Formen der Pflegezusatzversicherung. Diese Vielfalt ermöglicht es, eine passgenaue Absicherung zu finden, die zu den persönlichen Anforderungen passt und einen optimalen Schutz bietet. Zusätzlich zu den staatlich geförderten Pflegezusatzversicherungen gibt es private Pflegeversicherungen, die einen weiteren Aspekt der Absicherung abdecken. Daher ist es entscheidend, die verschiedenen Optionen genau zu prüfen, um die geeignete Variante zu wählen, die den individuellen Bedarf bestmöglich abdeckt. Lassen Sie uns im Folgenden einen genauen Blick auf die unterschiedlichen Formen der Pflegezusatzversicherung werfen und herausfinden, welche davon am besten zu Ihren Bedürfnissen passt.



Die gesetztliche Pflegeversicherung

Die staatliche Pflegeversicherung trägt einen Anteil der Ausgaben im Falle von Pflegebedürftigkeit. Die Zuordnung zu einem der fünf Pflegegrade basiert auf dem Grad der Beeinträchtigung von Selbstständigkeit und Kompetenzen. Je nachdem, wie intensiv die benötigte Pflege ist, erfolgt die Festlegung des Pflegegrades und dementsprechend die Höhe der finanziellen Unterstützung durch die Versicherung.

Pflegegeld

Pflegegrad Pflegegeld pro Monat
Pflegegrad 1 -
Pflegegrad 2 332 Euro
Pflegegrad 3 573 Euro
Pflegegrad 4 764 Euro
Pflegegrad 5 946 Euro

Ein wesentliches Problem besteht darin, dass die von der staatlichen Pflegeversicherung gewährten Leistungen häufig nur einen Bruchteil der tatsächlichen Pflegekosten abdecken. Übersteigen die Kosten für die Pflege die Deckungssumme, sind die pflegebedürftigen Personen gezwungen, die Differenz selbst zu tragen. In Situationen, in denen die Rente nicht ausreicht und eventuelles Vermögen aufgebraucht ist, springt das Sozialamt ein. In solchen Fällen kann es jedoch vorkommen, dass das Sozialamt versucht, sich die ausgelegten Kosten von den unterhaltspflichtigen Angehörigen wie dem Ehepartner oder den Kindern zurückzuholen, sofern diese über ein entsprechend hohes Einkommen oder Vermögen verfügen. Daher stellt sich die Frage ob eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist.


Welche Formen der Pflegezusatzversicherung gibt es?

Grundlegend unterscheiden sich Pflegezusatzversicherungen neben der Beitragshöhe und der Feststellung der Pflegebedürftigkeit in erster Linie durch die Art der Leistung bei Eintritt des Leistungsanspruchs.

Pflegetagegeldversicherung

Am weitesten verbreitet ist die Pflegetagegeldversicherung. Hier wird bei anerkannter Pflegebedürftigkeit ein festgelegter Tagessatz ausgezahlt. Daraus ergibt sich ein monatlicher Betrag, der dem Versicherten ausgezahlt wird. Die Höhe der monatlichen Auszahlung aus der Pflegezusatzversicherung variieren meist zwischen 150 Euro und 1500 Euro, je nach Pflegegrad und Beitragssatz. Wird die Versicherung vorzeitig gekündigt, entfallen jedoch alle Ansprüche und es erfolgt in der Regel keine Auszahlung.

Pflegekostenversicherung

Alternativ zur Pflegetagegeldversicherung lassen sich auch die konkret anfallenden Kosten absichern. Mit dieser, Pflegekostenversicherung genannten, Variante werden die konkreten Pflegekosten bis zu einem Maximalbetrag übernommen. Nachteil bei diesem Modell ist die Nachweispflicht für die entstandenen Aufwendungen. Rechnungen des Pflegedienstes oder anderer Leistungen müssen gesammelt und bei der Versicherung eingereicht werden.

Pflegerentenversicherung

Eine weitere Vorsorgemöglichkeit ist die Pflegerentenversicherung. Bei dieser Form der Pflegezusatzversicherung wird eine monatliche Rente im Fall der Pflegebedürftigkeit ausgezahlt, ähnlich wie bei einer Pflegetagegeldversicherung. Bei der Pflegerentenversicherung besteht allerdings die Möglichkeit, angesammelte Überschüsse auszahlen zu lassen und den Versicherungsvertrag damit vorzeitig zu beenden.

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Sind staatlich geförderte Pflegezusatzversicherungen sinnvoll?

Die staatliche Förderung: Pflege-Bahr

Die staatliche Förderung von Pflegezusatzversicherungen, auch bekannt als Pflege-Bahr, ist nach dem ehemaligen Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) benannt. Diese Form der staatlichen Unterstützung soll dazu beitragen, die Bevölkerung zur privaten Vorsorge zu ermutigen, da die staatlichen Leistungen im Pflegefall oft nicht ausreichend sind. Unter gewissen Bedingungen erhalten Versicherte einen Zuschuss vom Staat, der jedoch vergleichsweise gering ausfällt. Monatlich werden 5 Euro staatlicher Zuschuss gewährt, was jährlich 60 Euro ausmacht.

Die Bedingungen für die Förderung sind jedoch strikt und an die Vertragskonditionen geknüpft. Dies bedeutet, dass die Leistungen im Verhältnis zu den Beiträgen oft als unzureichend empfunden werden. Mehr Informationen zu den genauen Bedingungen und Leistungen des Pflege-Bahr finden Sie auf der offiziellen Seite des Bundesministeriums für Gesundheit.

Lohnt sich eine geförderte Pflegezusatzversicherung?

Eine geförderte Pflegezusatzversicherung kann unter Umständen bei bereits bestehenden Vorerkrankungen oder im fortgeschrittenen Lebensalter in Erwägung gezogen werden. Dennoch sollten potenzielle Versicherte genau abwägen, ob die staatliche Förderung die langfristigen Kosten und die zu erwartenden Leistungen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Im Zweifelsfall ist eine individuelle Beratung durch einen Versicherungsexperten oder unabhängigen Berater ratsam, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

Lohnt sich eine geförderte Versicherung?

Zwar übernimmt der Staat bei sogenannten “Pflege-Bahr-Versicherungen” einen Teil der Beiträge, dennoch lohnt sich diese Vorsorgemöglichkeit für die wenigsten Menschen. Sinnvoll ist diese Versicherung lediglich bei bestehenden Vorerkrankungen oder hohem Lebensalter.

 


Private Pflegeversicherung: Vergleich lohnt sich


Der Markt für Pflegezusatzversicherung ist inzwischen sehr groß. Das liegt nicht zuletzt an der Angst vieler Deutscher, durch Pflegebedürftigkeit in finanzielle Not zu geraten. Dementsprechend gibt es eine breite Auswahl an Verträgen, die je nach individueller Situation mehr oder weniger sinnvoll sein können.

Einige Anbieter leisten bspw. bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit eine einmalige Auszahlung, andere Versicherungen bieten Beitragspausen oder Einmalzahlungen an. Je nach eigener Situation können solche Aspekte ausschlaggebend sein für eine langfristige Entscheidung. Daneben sollten auch die Möglichkeiten auf anderen Wegen, bspw. über Kapitalanlage vorzusorgen bedacht werden.

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Vorteile einer Pflegezusatzversicherung im Überblick

Die Entscheidung, eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen, ist eine wichtige Maßnahme zur Absicherung für den Fall, dass Pflegebedürftigkeit eintritt. In diesem Abschnitt werden die verschiedenen Vorteile einer Pflegezusatzversicherung beleuchtet. Dieses Verständnis hilft Ihnen, die Notwendigkeit eines solchen Vertrags zu erfassen und ermöglicht eine fundierte Entscheidungsfindung.

Finanzielle Sicherheit im Pflegefall

Eine Pflegezusatzversicherung bietet finanzielle Sicherheit, da sie die Lücke zwischen den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung und den tatsächlichen Kosten für eine angemessene Pflege schließt. Im Falle von Pflegebedürftigkeit können die Pflegekosten erheblich sein und die gesetzliche Pflegeversicherung allein deckt oft nicht alle anfallenden Ausgaben. Eine Pflegezusatzversicherung kann in diesem Fall dafür sorgen, dass die finanzielle Belastung für den Versicherten und dessen Familie reduziert wird.

Flexibilität und Wahlmöglichkeiten

Eine Pflegezusatzversicherung bietet Flexibilität und ermöglicht es den Versicherten, die Art der gewünschten Pflege und den Pflegeort selbst zu bestimmen. Dies bedeutet eine größere Selbstbestimmung im Falle von Pflegebedürftigkeit. Darüber hinaus können je nach Vertrag verschiedene Leistungen in Anspruch genommen werden, beispielsweise Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege oder auch Geldleistungen, die zur Finanzierung von Pflegehilfsmitteln verwendet werden können.

Staatliche Förderung und Steuervorteile

Ein wichtiger Aspekt, der für den Abschluss einer Pflegezusatzversicherung spricht, sind staatliche Förderungen und Steuervorteile. Einige Formen der Pflegezusatzversicherung werden staatlich gefördert, was bedeutet, dass der Staat einen Zuschuss zur Versicherungsprämie gewährt. Darüber hinaus können Versicherte von steuerlichen Vorteilen profitieren, da Beiträge zur Pflegezusatzversicherung steuerlich absetzbar sind.

Abschließend ist zu sagen, dass eine Pflegezusatzversicherung eine sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Pflegeversicherung darstellt. Sie bietet finanzielle Sicherheit, Flexibilität und unter Umständen staatliche Unterstützung, was im Falle von Pflegebedürftigkeit eine enorme Entlastung bedeutet.