Häusliche Pflegehilfe: Angebote, Kosten und Vorteile im Überblick

häusliche Pflegehilfe bringt Seniorin Tee

Die Zahl der pflegebedürftigen Senioren nimmt seit Jahren kontinuierlich zu und wird auch in Zukunft weiter steigen. Nur ein Bruchteil dieser Menschen wird stationär versorgt. Rund 800.000 der 3,4 Millionen Pflegebedürftigen sind stationär untergebracht. Ein Großteil dagegen wird von Angehörigen zu Hause gepflegt. Besonders zu Beginn lässt sich die Pflege noch gut durch Freunde und Verwandte organisieren. Nimmt der Unterstützungsbedarf jedoch zu, greifen immer mehr Familien auf eine häusliche Pflegehilfe zurück.

Die Entscheidung, ob eine häusliche Pflegehilfe die passende Alternative zum Heim ist, hängt von verschiedenen individuellen und familiären Faktoren ab. Für viele Pflegebedürftige und deren Angehörige ist der Wunsch, in der vertrauten häuslichen Umgebung zu bleiben, von großer Bedeutung. Eine professionelle häusliche Pflegehilfe kann dazu beitragen, diesen Wunsch zu erfüllen und eine gleichzeitig qualitativ hochwertige Versorgung zu gewährleisten. Durch die individuelle Abstimmung der Leistungen auf die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen und der Familie wird eine bestmögliche Versorgung sichergestellt.


Wann ist eine häusliche Pflegehilfe sinnvoll?

Die Entscheidung, eine häusliche Pflegehilfe in Anspruch zu nehmen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Oftmals ist es eine schleichende Entwicklung, bei der die Pflegebedürftigkeit des eigenen Angehörigen zunimmt und die Belastung für die Familie stetig steigt. Wenn die häusliche Pflege keine ausreichende Versorgung mehr gewährleisten kann, ist es an der Zeit, professionelle Unterstützung in Betracht zu ziehen.

Pflegequote nach Altersgruppen

Bis 60 Jahre
1,5% / 1,3%
60 – 69 Jahre
4,6% / 4,6%
70 – 74 Jahre
8,9% / 9,7%
75 – 79 Jahre
14,5% / 18,5%
80 – 84 Jahre
24,6% / 34,6%
85 – 89 Jahre
43,2% / 60,6%
ab 90 Jahren
50,8% / 63,0%
Weiblich Männlich

Eine häusliche Pflegehilfe kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn die täglichen Anforderungen an die Pflege und Betreuung den Rahmen des Machbaren überschreiten. Dies kann sowohl physische als auch psychische Belastungen der Pflegenden umfassen. Die Inanspruchnahme einer professionellen häuslichen Pflegehilfe kann dazu beitragen, dass der Pflegebedürftige weiterhin in seiner vertrauten Umgebung bleiben kann, ohne dass die Familie übermäßig belastet wird. Durch die Unterstützung von geschultem Personal wird eine qualitativ hochwertige Pflege gewährleistet, die individuell auf die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen zugeschnitten ist.

Berufstätigkeit und räumliche Distanz

Ob Unterstützung für die Pflege zu Hause benötigt wird, muss immer für den Einzelfall entschieden werden. Viele Angehörige sind berufstätig oder leben nicht in direkter Nähe zu ihrem pflegebedürftigen Familienmitglied. Entsprechend kann die Pflege nur in begrenztem Umfang erbracht werden. Eine häusliche Pflegehilfe kann hier eine sinnvolle Lösung darstellen.

Professionelle Unterstützung als sinnvolle Ergänzung

In Situationen, in denen die häusliche Pflege den leistbaren Umfang und Aufwand überschreitet, kann professionelle Unterstützung eine sinnvolle Ergänzung sein. Besonders wertvoll ist die Versorgung zu Hause bei Menschen mit Demenz, da das gewohnte Umfeld als Orientierungspunkt und Rückzugsraum eine besondere Rolle spielt.

Eine häusliche Pflegehilfe ist also dann sinnvoll, wenn die häusliche Pflege allein nicht mehr ausreicht, sei es aufgrund von zeitlichen oder räumlichen Einschränkungen, oder aufgrund des erhöhten Bedarfs an Fachwissen und Erfahrung, insbesondere im Umgang mit Demenzkranken.

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Welche Angebote für die häusliche Pflege gibt es?


Als eine der Möglichkeiten, die häusliche Pflegesituation zu verbessern, bieten verschiedene Dienstleister eine Vielzahl von Angeboten für die häusliche Pflege an. Dazu gehören beispielsweise die Grundpflege wie Körperpflege, Ernährung oder Mobilitätshilfe, aber auch die hauswirtschaftliche Versorgung und die psychosoziale Betreuung. Die Leistungen werden dabei individuell auf die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen und der pflegenden Angehörigen abgestimmt. Durch eine fachgerechte Unterstützung im Haushalt und bei der persönlichen Hygiene wird die Lebensqualität des Pflegebedürftigen erhalten und gleichzeitig die häusliche Umgebung entlastet. Des Weiteren bieten einige Dienstleister auch spezielle Betreuungsangebote, die neben der reinen Pflegezeit eine sinnvolle Beschäftigung und Aktivierung des Pflegebedürftigen ermöglichen. Dies kann insbesondere für Senioren von großer Bedeutung sein, um soziale Kontakte und geistige Anregung zu erhalten.

Stundenweise Seniorenbetreuung

Die Entscheidung für oder gegen eine häusliche Pflege hängt nicht zuletzt vom Hilfsangebot in direkter Nähe ab. In vielen Regionen ist es möglich, bei geringem Unterstützungsbedarf eine stundenweise Seniorenbetreuung zu beauftragen. Diese Art der Betreuung richtet sich vor allem an Senioren, die noch weitestgehend eigenständig leben können, aber bei bestimmten Tätigkeiten Unterstützung benötigen. Die Betreuungskraft kann beispielsweise beim Einkaufen, Kochen, der Körperpflege oder der Begleitung zu Arztterminen helfen. Allerdings reicht diese Leistung langfristig meist nicht aus, wenn die Pflegebedürftigkeit zunimmt und intensiver wird.

24-Stunden-Pflege

Eine beliebte Alternative zur stundenweisen Seniorenbetreuung ist die sogenannte 24-Stunden-Pflege. Hierfür kommt eine osteuropäische Betreuungskraft in den Haushalt des Pflegebedürftigen und nimmt aktiv am täglichen Leben teil. Die Betreuungsperson kümmert sich um die Grundpflege, die Haushaltsführung und die soziale Betreuung. Dadurch kann auch bei schwereren Pflegefällen ein Umzug in eine stationäre Einrichtung vermieden werden – ein Herzenswunsch vieler Senioren. Die 24-Stunden-Pflege bietet somit eine kontinuierliche Betreuung und Sicherheit in den eigenen vier Wänden.

Medizinische Dienstleistungen

Unabhängig davon, ob eine 24-Stunden-Pflege oder die stundenweise Seniorenbetreuung sinnvoll ist, muss für medizinische Dienstleistungen ein ambulanter Pflegedienst hinzugezogen werden. Diese Aufgaben dürfen ausschließlich Pflegefachkräfte durchführen.

 


Kosten für die häusliche Pflegehilfe

Die Kosten für eine Pflegehilfe zu Hause variieren je nach Art und Umfang der Inanspruchnahme. Grundsätzlich wird zwischen Pflegediensten, die von den Pflegekassen finanziert werden, und zusätzlichen, privat zu finanzierenden Leistungen unterschieden. Die Pflegekassen übernehmen dabei die Kosten für die sogenannte Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung, jedoch nicht die Kosten für die sogenannte Behandlungspflege wie die medizinische Versorgung und Therapie. Diese Zusatzleistungen müssen privat finanziert werden. Die genaue Höhe der Kosten hängt von der individuellen Pflegestufe des Pflegebedürftigen, den Leistungen des Pflegedienstes und den gegebenenfalls zusätzlich in Anspruch genommenen Leistungen ab. Es ist wichtig, sich frühzeitig über die finanziellen Möglichkeiten, Zuschüsse und Entlastungen zu informieren und gegebenenfalls eine professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen.

Welche Kosten für eine häusliche Pflegehilfe entstehen, lässt sich nicht pauschal beziffern. Bei stundenweiser Betreuung ist der Zeitaufwand für den Preis maßgeblich. Die Finanzierung erfolgt über den Entlastungsbetrag von einheitlich 125 Euro. Mehrkosten müssen mit dem Pflegegeld beglichen werden.

Für die 24-Stunden-Pflege entstehen höhere Kosten, da die Pflegekraft stets vor Ort ist und täglich zwischen 6 und 8 Stunden arbeitet. Neben dem Pflegegeld können hier auch Verhinderungspflege und steuerliche Entlastungen genutzt werden. Die monatliche Belastung beläuft sich dann effektiv auf etwa 1290 bis 1690 Euro.

Es ist wichtig, die genauen Kosten im individuellen Fall zu ermitteln, da die Höhe der Kosten von verschiedenen Faktoren wie dem Pflegeaufwand, der Qualifikation der Pflegekraft und eventuellen Zusatzleistungen abhängt.

Um die Kosten der häuslichen Pflegehilfe zu verstehen und transparent zu gestalten, ist eine professionelle Beratung durch Experten empfehlenswert und kann helfen, finanzielle Entlastungen und Unterstützungen in Anspruch zu nehmen.

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Ist eine häusliche Pflegehilfe die Alternative zum Heim?

Wenn der Unterstützungsbedarf eines Angehörigen größer wird und damit umfangreichere Betreuung erfordert, stehen viele Angehörige vor der Frage, ob die Pflege zuhause noch bewältigt werden kann. Hier ist ein genauer Blick notwendig, denn nicht jede Situation kann mit einer häuslichen Pflegehilfe bewältigt werden. Insbesondere bei Menschen mit Pflegegrad 5 oder wenn umfangreiche medizinische Leistungen erbracht werden müssen, kann eine stationäre Unterbringung durchaus sinnvoll sein.

Für die überwiegende Mehrheit der Betroffenen ist jedoch eine häusliche Pflegehilfe eine geeignete Alternative zum Pflegeheim. Besonderes Augenmerk sollte neben der reinen Pflege auch auf dem persönlichen Wohlbefinden liegen. Selbstbestimmung, Würde und Sicherheit sind letztlich für die meisten Menschen untrennbar mit dem eigenen Zuhause verbunden. Daher empfehlen wir, der häuslichen Pflege, wo möglich, den Vorzug zu geben.

Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass sich sowohl die Bedürfnisse als auch die Einschätzungen im Laufe der Zeit ändern können. Daher ist es ratsam, die Entscheidung im Dialog mit den Pflegebedürftigen und gegebenenfalls mit Fachleuten zu treffen. Die Wahl zwischen häuslicher Pflege und einem Pflegeheim sollte individuell nach den Bedürfnissen, der Pflegesituation und den Wünschen des Pflegebedürftigen getroffen werden.

24h-Pflege vs. Pflegeheim

Aspekt Pflege zu Hause Pflegeheim
Medizinische Versorgung Keine Erbringung medizinischer Leistungen Standardisiert, wenig persönlich
Pflegeaufwand Individuell und einfühlsam, mit Fokus auf persönlichen Beziehungen Oft unpersönlich und schematisch
Soziale Interaktion Fördert Unabhängigkeit und Erhalt sozialer Kontakte im gewohnten Umfeld Abhängig von Programmen der Pflegeheime
Kosten Kosteneffizient durch maßgeschneiderte Lösungen Häufig teurer aufgrund umfassender Infrastruktur
Persönliche Betreuung Einzigartig persönlich, wobei die Wünsche und Bedürfnisse im Vordergrund stehen Weniger Raum für individuelle Wünsche und Bedürfnisse
Umgebung Behält die vertraute häusliche Umgebung bei, fördert Wohlbefinden und Sicherheit Unpersönlicher und weniger heimisch als das eigene Zuhause


Die Vorteile einer häuslichen Pflegehilfe

Für Senioren und pflegebedürftige Menschen kann eine häusliche Pflegehilfe eine Vielzahl an Vorteilen bieten. Diese Art der Unterstützung ermöglicht es, in der vertrauten Umgebung des eigenen Zuhauses betreut zu werden, was zu einem gesteigerten Wohlbefinden und einer besseren Lebensqualität führen kann. Im Folgenden werden die Vorteile einer häuslichen Pflegehilfe näher erläutert.

Kontinuität und Vertrautheit

Eine häusliche Pflegehilfe stellt sicher, dass der Pflegebedürftige von vertrauten Personen umgeben ist und somit Kontinuität und Vertrautheit in seinem Alltag erfährt. Dies kann dazu beitragen, Ängste und Stress zu reduzieren, da die gewohnte Umgebung erhalten bleibt und somit ein Gefühl der Sicherheit vermittelt wird.

Des Weiteren können die pflegenden Personen eine engere Beziehung zum Pflegebedürftigen aufbauen, da sie regelmäßig Zeit mit ihnen verbringen. Diese persönliche Bindung und das Verständnis für individuelle Bedürfnisse können sich äußerst positiv auf die Betreuung auswirken.

Erhalt der Selbstständigkeit

Eine häusliche Pflegehilfe ermöglicht es den pflegebedürftigen Personen, einen höheren Grad an Selbstständigkeit beizubehalten. Durch individuell angepasste Betreuungsmaßnahmen und Unterstützung bei alltäglichen Aktivitäten können sie weiterhin ein eigenständiges Leben führen. Dies trägt maßgeblich dazu bei, dass sie ihre Lebensqualität aufrechterhalten und in ihrer gewohnten Umgebung verbleiben können.

Unterstützung im sozialen Umfeld

Eine häusliche Pflegehilfe bietet nicht nur Unterstützung bei alltäglichen Tätigkeiten, sondern fördert auch die Teilhabe am sozialen Leben. Pflegekräfte können dabei helfen, Kontakte zu erhalten und soziale Aktivitäten zu ermöglichen, sei es durch Spaziergänge, gemeinsame Unternehmungen oder die Begleitung zu Arztbesuchen.

Die Pflege zu Hause kann somit die Isolation verhindern, die oft mit dem Altern und dem Verlust von Mobilität einhergeht. Dies trägt dazu bei, dass die Lebensfreude und das seelische Wohlbefinden der Pflegebedürftigen gestärkt werden.

Insgesamt kann eine häusliche Pflegehilfe eine wertvolle Unterstützung für Senioren und pflegebedürftige Personen darstellen. Sie ermöglicht es, in gewohnter Umgebung zu bleiben, die Selbstständigkeit zu wahren und am sozialen Leben teilzuhaben. Die Pflege zu Hause bietet somit zahlreiche Vorteile, die das Wohlbefinden und die Lebensqualität der betreuten Personen positiv beeinflussen können.