Mit zunehmendem Alter sind viele Menschen auf Hilfe angewiesen, sei es aufgrund von körperlichen Einschränkungen oder altersbedingten Krankheiten. Um alle entstehenden Kosten abzudecken, reichen jedoch die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung in der Regel nicht aus.

Diese Diskrepanz zwischen den tatsächlichen Pflegekosten und den Leistungsansprüchen aus der Pflegekasse wird allgemein als Pflegelücke bezeichnet. Um diese Lücke zu schließen und sich eine angemessene Pflege im Alter zu sichern, entscheiden sich immer mehr Menschen für den Abschluss einer privaten Pflegeversicherung.

Doch ist eine private Pflegeversicherung sinnvoll? Und worauf genau sollten Versicherte beim Abschluss achten?

Inhalt des Beitrags

    Das leistet die gesetzliche Pflegeversicherung

    Wer in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert ist, ist automatisch auch Mitglied der sozialen Pflegeversicherung. Diese Pflegepflichtversicherung übernimmt einen Teil der Pflegekosten bei anerkannter Pflegebedürftigkeit.

    Problematisch bleibt jedoch: Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt meist nur einen Bruchteil der tatsächlichen Pflegekosten ab, sodass Pflegebedürftige die restlichen Kosten aus eigener Tasche bezahlen müssen. Reichen Rente und Vermögen nicht aus, übernimmt das Sozialamt die Restkosten – kann jedoch unterhaltspflichtige Angehörige wie Ehepartner oder Kinder zur Kasse bitten.

    Deshalb stellt sich für viele die Frage, ob eine private Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist, um die entstehende Kostenlücke zuverlässig zu schließen.

    Leistungen je nach Pflegegrad

    Entscheidend für die Höhe der Leistungen ist die Einstufung in einen der fünf Pflegegrade, abhängig vom Grad der Einschränkung der Selbstständigkeit und dem erforderlichen Pflegeaufwand. Dieser wird durch den Medizinischen Dienst (bei gesetzlich Versicherten) oder Medicproof (bei Privatversicherten) nach einem festen Bewertungsverfahren festgestellt. Insgesamt gibt es fünf Pflegegrade – je höher der Grad, desto größer die Beeinträchtigung und damit auch die Unterstützung.

    Die Pflegeversicherung unterscheidet dabei zwischen Pflegegeld (wenn Sie von Angehörigen oder Freunden gepflegt werden), Pflegesachleistungen (bei ambulanter Pflege durch Profis) und Kombinationsleistungen (eine Mischung aus beidem).

    Pflegegeld

    Pflegegrad Pflegegeld pro Monat
    Pflegegrad 1 -
    Pflegegrad 2 347 Euro
    Pflegegrad 3 599 Euro
    Pflegegrad 4 800 Euro
    Pflegegrad 5 990 Euro

    Weitere Leistungen, die Ihnen zustehen

    Zusätzlich zum Pflegegeld gibt es:

    • Einen monatlichen Entlastungsbetrag von 131 Euro für z. B. haushaltsnahe Dienste.
    • Verhinderungspflege, wenn Ihre Pflegeperson mal eine Pause braucht.
    • Kurzzeitpflege, falls Sie z. B. nach einem Krankenhausaufenthalt vorübergehend intensive Betreuung benötigen.
    • Erstattung von Pflegehilfsmitteln und Zuschüsse für Wohnraumanpassung.

    Die gesetzliche Pflegeversicherung bietet also eine solide Basis – aber in vielen Fällen ist sie nur ein erster Schritt.

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    Welche Formen der Pflegezusatzversicherung gibt es?

    Grundlegend unterscheiden sich Pflegezusatzversicherungen neben der Beitragshöhe und der Feststellung der Pflegebedürftigkeit in erster Linie durch die Art der Leistung bei Eintritt des Leistungsanspruchs.

    Pflegetagegeldversicherung

    Die am weitesten verbreitete private Pflegeversicherung ist die Pflegetagegeldversicherung. Bei anerkannter Pflegebedürftigkeit wird ein fester Tagessatz ausgezahlt, der sich zu einem monatlichen Betrag von etwa 150 bis 1.500 Euro summieren kann – abhängig von Pflegegrad und Tarif. Wird die Versicherung vorzeitig gekündigt, entfallen jedoch alle Ansprüche und es erfolgt in der Regel keine Auszahlung.

    Pflegekostenversicherung

    Die Pflegekostenversicherung übernimmt die tatsächlich anfallenden Pflegekosten bis zu einem vereinbarten Höchstbetrag. Nachteil bei diesem Modell ist die Nachweispflicht für die entstandenen Aufwendungen. Rechnungen des Pflegedienstes oder anderer Leistungen müssen gesammelt und bei der Versicherung eingereicht werden.

    Pflegerentenversicherung

    Bei der Pflegerentenversicherung wird im Pflegefall eine lebenslange Rente ausgezahlt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, angesammelte Überschüsse frühzeitig zu entnehmen und den Vertrag damit vorzeitig zu beenden.

    Warum private Pflegevorsorge sinnvoll ist

    Pflegebedürftigkeit bedeutet auch heute noch ein erhebliches finanzielles Risiko. Schon bei Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung im Jahr 1995 war nur eine Teilkostendeckung vorgesehen – ein Teil der Pflegekosten sollte bewusst von den Versicherten selbst getragen werden.

    Eine private Pflegeversicherung schließt diese Versorgungslücke, indem sie entweder einen monatlichen Betrag auszahlt oder zusätzliche Kosten übernimmt, die durch die gesetzliche Pflegeversicherung nicht gedeckt sind.

    „Eine private Pflegezusatzversicherung garantiert Ihnen die bestmögliche Versorgung und entlastet Ihre Angehörigen. Je höher das versicherte Pflegetagegeld, umso höher ist die Qualität im Pflegefall – z.B. monatlich ab 17,56 €“

    Ferdinand Steiner, europäischekv.de

    Anzahl private Pflegeversicherung im Haushalt

    Die Entscheidung für eine private Pflegevorsorge sichert somit nicht nur Ihre eigene Versorgung im Pflegefall, sondern entlastet auch Ihre Familie, da sie die finanzielle Belastung reduziert und die Qualität der Pflege erhöht.

    Welchen Einfluss hat das Alter auf die private Pflegeversicherung?

    Mit steigendem Alter erhöht sich nicht nur das Risiko einer Pflegebedürftigkeit, sondern auch die Beiträge für eine private Pflegeversicherung. Viele Versicherungsmakler weisen darauf hin, dass frühzeitige Pflegevorsorge besonders sinnvoll ist, da Wartezeiten und hohe Prämien im höheren Alter zu erheblichen Nachteilen führen können.

    Zusätzlich prüfen Anbieter vor Abschluss den Gesundheitszustand: Bestehende Vorerkrankungen oder ein früherer Unfall können zur Ablehnung führen, um das Risiko eines frühen Leistungsfalls zu minimieren. Besonders problematisch wird es für Menschen, die ab Pflegegrad 1 eine Absicherung benötigen oder auf einen Pflegedienst, eine umfassende Betreuung oder den Umzug in eine Pflegeeinrichtung angewiesen sind.

    Eine Lösung bietet die staatlich geförderte Pflege-Bahr-Versicherung, die ohne Gesundheitsprüfung abgeschlossen werden kann. Damit bleibt die Vermittlung eines geeigneten Versicherungsschutzes auch für Personen möglich, die bereits auf Pflege durch Angehörige, eine Pflegekraft oder ein Pflegeheim angewiesen sind.

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    Was tun bei Ablehnung?

    Lehnt einen der gewünschte Versicherer ab, besteht die Möglichkeit eine Pflege-Bahr-Versicherung abzuschließen. Die Pflege-Bahr-Versicherung bietet zwar eingeschränkte Leistungen im Vergleich zu klassischen privaten Pflegeversicherungen, sichert aber dank staatlicher Förderung und garantierter Annahme dennoch einen wichtigen finanziellen Schutz.

    Lohnt sich die frühzeitige Pflegevorsorge?

    Ob sich der frühzeitige Abschluss einer privaten Pflegeversicherung lohnt, hängt vom Einzelfall ab. Zwar sind die Beiträge in jungen Jahren günstiger, doch der Unterschied zu Tarifen für Menschen über 50 Jahren fällt oft geringer aus als erwartet. Für Personen unter 40 Jahren ist eine private Pflegeversicherung meist weniger attraktiv.

    Wichtig: Pflegetagegeldversicherungen haben oft steigende Beiträge, während die Pflegerentenversicherung stabile Beiträge bietet und zusätzlich die Möglichkeit eröffnet, Überschüsse bei Vertragsende auszahlen zu lassen.

    Experten empfehlen daher, frühzeitig eine Berechnung möglicher Kosten vorzunehmen, da der Großteil der Pflegekosten nicht vollständig durch die gesetzliche Versicherung gedeckt ist – und jeder im Laufe des Lebens von Pflegebedürftigkeit betroffen sein kann.

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    Sinnvolle Pflegeversicherungen

    Wer bereits frühzeitig eine private Pflegeversicherung abschließen möchte ist auch aus Gründen der Flexibilität mit einer Pflegerente besser beraten. Hier besteht bei den meisten Anbietern die Möglichkeit die Überschüsse auszahlen zu lassen, wenn der Vertrag beendet wird.

    Sind staatlich geförderte Pflegezusatzversicherungen sinnvoll?

    Die staatliche Förderung: Pflege-Bahr

    Die staatliche Förderung von Pflegezusatzversicherungen, auch bekannt als Pflege-Bahr, ist nach dem ehemaligen Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) benannt. Diese Form der staatlichen Unterstützung soll dazu beitragen, die Bevölkerung zur privaten Vorsorge zu ermutigen, da die staatlichen Leistungen im Pflegefall oft nicht ausreichend sind.

    Versicherte erhalten einen staatlichen Zuschuss von 5 Euro pro Monat (60 Euro jährlich). Die Voraussetzungen für die Förderung sind jedoch strikt an Vertragskonditionen geknüpft und die Leistungen im Verhältnis zu den Beiträgen oft gering.

    Lohnt sich eine geförderte Pflegezusatzversicherung?

    Eine Pflege-Bahr-Versicherung kann sinnvoll sein bei bestehenden Vorerkrankungen oder im höheren Alter, wenn eine normale private Pflegeversicherung schwer zu bekommen ist. In den meisten Fällen bietet sie jedoch nur begrenzten Schutz.

    Mögliche Vorteile einer frühzeitigen Pflegeversicherung

    Eine frühzeitige private Pflegeversicherung bietet zahlreiche Vorteile, die sich langfristig positiv auf Ihre finanzielle Sicherheit und Ihre Versorgung im Alter auswirken können.

    1. Sicherstellung finanzieller Sicherheit im Pflegefall

    Eine Pflegezusatzversicherung bietet finanzielle Sicherheit, indem sie die Lücke zwischen den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung und den tatsächlichen Kosten für eine angemessene Pflege schließt. Gerade im Pflegefall können die Pflegekosten erheblich sein, und die gesetzliche Absicherung reicht oft nicht aus. Eine private Zusatzversicherung reduziert die finanzielle Belastung für Versicherte und deren Familien spürbar.

    Eine frühzeitige Pflegeversicherung schafft zudem eine solide Basis für notwendige Pflegeleistungen im Alter und ermöglicht eine langfristige finanzielle Planung. Sie entlastet Angehörige und stärkt das Vertrauen in die eigene Zukunftsvorsorge.

    2. Gesundheitliche Vorsorge

    Des Weiteren bietet eine frühzeitige private Pflegeversicherung die Möglichkeit, präventive Gesundheitsmaßnahmen zu ergreifen. Durch regelmäßige Gesundheitschecks lassen sich Risiken frühzeitig erkennen und behandeln, was die Wahrscheinlichkeit einer späteren Pflegebedürftigkeit deutlich senken kann.

    3. Flexibilität und Wahlmöglichkeiten

    Eine Pflegezusatzversicherung bietet Flexibilität und ermöglicht es den Versicherten, die Art der gewünschten Pflege und den Pflegeort selbst zu bestimmen. Dies bedeutet eine größere Selbstbestimmung im Falle von Pflegebedürftigkeit. Je nach Tarif sind Leistungen wie Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege oder Geldleistungen zur Finanzierung von Pflegehilfsmitteln flexibel nutzbar.

    4. Staatliche Förderung und Steuervorteile

    Bestimmte Formen der Pflegezusatzversicherung werden staatlich gefördert, etwa durch Zuschüsse zur Versicherungsprämie. Zusätzlich lassen sich die Beiträge steuerlich absetzen. So bietet die private Pflegevorsorge nicht nur finanzielle Vorteile, sondern auch langfristige Planungssicherheit und Entlastung für die Familie.

    Warum schließen Kinder eine private Pflegeversicherung für die Eltern ab?

    Eine private Pflegeversicherung für die Eltern abzuschließen, kann aus verschiedenen Gründen sinnvoll sein. Sie bietet finanzielle Sicherheit und hilft, hohe Pflegekosten im Alter frühzeitig abzusichern. Besonders in bestimmten Lebenssituationen wird diese Vorsorge immer wichtiger.

    Gründe für die Absicherung der Pflegebedürftigkeit der Eltern

    1. Vermeidung finanzieller Belastung: Das Sozialamt kann Kinder zur Zahlung heranziehen, wenn die Eltern die Pflegekosten nicht selbst tragen können.
    2. Absicherung hoher Pflegekosten: Pflege und professionelle Betreuung können erhebliche Kosten verursachen, die die gesetzliche Absicherung oft nicht deckt.
    3. Räumliche Distanz: Wohnen Kinder weit entfernt oder sind beruflich stark eingebunden, ist professionelle Pflege durch Dienstleister notwendig – mit zusätzlichen Kosten.
    4. Sicherung einer angemessenen Versorgung: Kinder, die nicht in unmittelbarer Nähe ihrer pflegebedürftigen Eltern leben, schließen eine private Pflegeversicherung ab, um für eine angemessene Versorgung ihrer Eltern zu sorgen.

    Kosten sparen beim Abschluss einer privaten Pflegeversicherung

    Um bei der privaten Pflegeversicherung Kosten zu sparen, lohnt sich ein genauer Blick auf den Umfang der Pflegeleistungen. Wer z. B. nur ambulante Pflege wünscht, kann einen Tarif wählen, der in diesem Bereich höhere Auszahlungen bietet – allerdings meist zulasten der stationären Pflege.

    Auch durch den Verzicht auf Leistungen, die voraussichtlich nicht benötigt werden, lassen sich Beiträge senken. Wichtig ist dabei, dass die Ersparnis in einem sinnvollen Verhältnis zur Leistung steht. Da die Bedarfe individuell verschieden sind, sollte der Vertrag flexibel bleiben und spätere Anpassungen ermöglichen.

    Vergleichen lohnt sich

    Der Markt für Pflegezusatzversicherung ist inzwischen sehr groß. Das liegt nicht zuletzt an der Angst vieler Deutscher, durch Pflegebedürftigkeit in finanzielle Not zu geraten. Dementsprechend gibt es eine breite Auswahl an Verträgen, die je nach individueller Situation mehr oder weniger sinnvoll sein können.

    Je nach Versicherer gibt es unterschiedliche Modelle: manche bieten eine einmalige Auszahlung, andere Beitragspausen oder flexible Zahlungsoptionen. Auch alternative Vorsorgemöglichkeiten, etwa über Kapitalanlagen, sollten in die Entscheidung einbezogen werden.

    Wichtig ist ein gründlicher Vergleich – nicht nur beim Beitrag, sondern vor allem bei den tatsächlichen Leistungen, dem Service und der Zuverlässigkeit des Anbieters. Erfahrungsberichte und die Beratung durch einen unabhängigen Experten oder ein Vergleichsportal helfen, den passenden Tarif zu finden.

    Prüfen Sie regelmäßig, ob der bestehende Vertrag noch zu Ihrer Lebenssituation passt. Eine gute private Pflegeversicherung sollte auch langfristig flexibel und bedarfsgerecht bleiben.

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    Fazit

    Die private Pflegeversicherung ist ein wichtiger Baustein, um im Pflegefall finanziell abgesichert zu sein und die Versorgung nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Wer frühzeitig vorsorgt, Tarife vergleicht und individuelle Bedürfnisse berücksichtigt, kann nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Belastung für Angehörige deutlich reduzieren. Eine durchdachte Pflegevorsorge schafft Sicherheit – heute und im Alter.