Belastung pflegender Angehöriger: Auswirkungen auf Alltag und Gesundheit

Pflegender Angehöriger unter Belastung

Es ist nicht unüblich, dass Familien ihre Angehörigen bei sich zu Hause pflegen. Oft fehlt das Geld für eine Seniorenresidenz und letztendlich sind es dann Angehörige, die Ihre Familienmitglieder pflegen. Anfangs wird diese Aufgabe gerne übernommen, denn so haben Sie die Kontrolle über die Pflege Ihrer Angehörigen und sind in der Nähe, wenn ein Notfall eintritt. Doch die Belastung der pflegenden Angehörigen wird oft unterschätzt. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich der verschiedenen Ursachen von Stress bewusst werden, um mit dieser Belastung der pflegenden Angehörigen besser umgehen zu können.

Pflegende Angehörige stehen vor neuen Herausforderungen, sei es die Organisation von Arztbesuchen, das Management von Medikamenten oder die Bewältigung emotionaler Belastungen. Dieser Prozess kann zu erheblichen Veränderungen im Leben führen. Es ist wichtig, sich mit den Auswirkungen dieser Veränderungen auf den Alltag auseinanderzusetzen und Wege zu finden, um damit umzugehen. Ein bewusstes Verständnis für die körperlichen und psychischen Folgen der Pflege kann helfen, angemessene Unterstützung zu erhalten und die eigene Gesundheit zu schützen. Auch wenn es manchmal schwerfällt, die Verantwortung abzugeben, können Sie letztendlich auch eine Pflegekraft zu Hilfe ziehen.


Wie hat sich der Alltag von pflegenden Angehörigen verändert?

Pflegende Angehörige müssen sich auf grundlegende Veränderungen in ihrem Alltag einstellen. Die Wohnsituation muss möglicherweise den Bedürfnissen der zu pflegenden Angehörigen angepasst werden, was zu erheblichen Veränderungen im häuslichen Umfeld führen kann. Diese Anpassungen können sowohl baulicher als auch organisatorischer Natur sein und erfordern oft zusätzliche finanzielle Mittel. Darüber hinaus können berufliche Konsequenzen eintreten, die eine bedeutende Belastung für pflegende Angehörige darstellen. Eine mögliche Reduzierung oder der Verlust des eigenen Einkommens aufgrund der Pflegeverantwortung trägt zu finanziellen Sorgen bei.

Komplikationen im Umgang mit der Pflegeversicherung und damit einhergehende Probleme können zusätzlich zu einer finanziellen Belastung führen. Die Unsicherheit und der Verwaltungsaufwand im Umgang mit der Pflegeversicherung können Stress verursachen und die ohnehin schon anspruchsvolle Situation weiter erschweren.

Des Weiteren ist nicht immer damit zu rechnen, dass pflegende Angehörige die erwünschte Unterstützung anderer Familienmitglieder erhalten. Der Mangel an Unterstützung kann zu zusätzlicher emotionaler und physischer Belastung führen. Eine intensive Pflegesituation kann auch die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen, was häufig zu einer Einschränkung der beruflichen Tätigkeit oder gar zum Verlust des Arbeitsplatzes führt. Ein Umzug ist oft unvermeidlich, wenn die aktuellen Wohnverhältnisse nicht den Anforderungen an die Pflegesituation gerecht werden. Die damit verbundenen Veränderungen im sozialen Umfeld können ebenfalls zu erheblichem Stress und emotionaler Belastung führen.

Die zeitliche Begrenzung der Pflegesituation ist oft ungewiss, was die langfristige Planbarkeit und Stabilität der Lebensumstände für pflegende Angehörige erschwert. Somit sind viele Aspekte des zukünftigen Lebens nicht mehr klar vorhersehbar und planbar.

Pflegebedürftige nach Art der Versorgung

  • überwiegend durch Angehörige (63%)
  • ambulante Pflege- und Betreuungsdienste (21%)
  • im Pflegeheim (16%)


Körperliche Belastungen pflegender Angehöriger – Welche Folgen treten auf?

Körperliche Belastungen pflegender Angehöriger setzen sich in verschiedenen Aspekten des täglichen Lebens fort. Die Mobilität der zu pflegenden Familienmitglieder im Alter ist oft eingeschränkt, was zu zusätzlichen Anforderungen an die körperliche Belastbarkeit des Pflegenden führt. Ebenso beanspruchen Tätigkeiten wie Hilfe bei Toilettengängen, Körperpflege und Bewegung den eigenen Rücken, die Bandscheiben und die Arme stark.

Die Auswirkungen dieser Belastungen zeigen sich auch in nächtlichen Ruhephasen, die häufig unterbrochen werden, sei es für die Unterstützung beim Toilettengang oder die Anpassung der Liegeposition im Bett. Der Pflegende findet möglicherweise keine ausreichende Erholung, da regelmäßige Pausen während der Pflege kaum möglich sind. Es ist wichtig festzuhalten, dass die Anforderungen des Pflegenden über rein körperliche Aktivitäten hinausgehen. Gemeinsame Aktivitäten und Freizeitgestaltung, ob in Form von Spaziergängen, Gesellschaftsspielen oder einfach gemeinsam verbrachter Zeit, tragen ebenfalls zur Belastung bei, obwohl sie gleichzeitig auch die Beziehung zur Pflegeperson stärken.

Die damit einhergehende Vernachlässigung der persönlichen Freizeit verstärkt die physische Belastung zusätzlich, da der Pflegende keine ausreichende Zeit zur Regeneration und Entspannung hat. Dies kann langfristig zu ernsthaften gesundheitlichen Folgen führen und die Fähigkeit, die Pflege aufrechtzuerhalten, beeinträchtigen.

Es ist wichtig, dass Pflegende Unterstützung und Entlastung finden, um diese körperlichen Belastungen zu bewältigen. Es gibt verschiedene Unterstützungsangebote und Entlastungsmöglichkeiten, die in Anspruch genommen werden können, um die physischen Anforderungen der Pflege besser zu bewältigen und die eigene Gesundheit zu schützen.


Die psychische Belastung pflegender Angehöriger

Die Belastungen bei der Pflege von Angehörigen wirken sich nicht nur körperlich aus, sondern haben auch erhebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Das Mitansehen der Leiden des Angehörigen kann starke emotionale Reaktionen hervorrufen, die sich belastend auf die Psyche auswirken. Der ständige Druck, sich um das Wohlbefinden des Angehörigen zu sorgen, kann zu anhaltendem Stress und einem belastenden Alltag führen. Dies kann wiederum dazu führen, dass Sie nicht ausreichend Ruhepausen erhalten, da die Bedürfnisse des zu pflegenden Angehörigen immer Vorrang haben. Die Vernachlässigung des eigenen Wohlbefindens kann zu physischen und psychischen Beeinträchtigungen führen. Falls Sie feststellen, dass die Belastungen zu groß werden und Sie Anzeichen für eine Überlastung bei sich selbst bemerken, ist es wichtig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Scheuen Sie sich nicht, Unterstützung anzunehmen. Eine stundenweise Entlastung durch eine Pflegekraft zu Hause oder sogar eine 24-Stunden-Betreuung können sowohl Ihnen als auch Ihrem Angehörigen enorm helfen. Oftmals spüren auch die zu pflegenden Angehörigen, wenn die Belastung für die pflegenden Angehörigen zu groß wird.

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Entlastungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige

Pflegende Angehörige stehen oft vor enormen Herausforderungen, die ihre physische und psychische Gesundheit beeinträchtigen können. Es ist wichtig, dass sie sich der vielfältigen Möglichkeiten zur Entlastung bewusst sind, um ihre eigene Gesundheit zu schützen und ihre Pflegetätigkeit aufrechtzuerhalten.

Unterstützung durch professionelle Pflegedienste

Professionelle Pflegedienste bieten eine wichtige Entlastung für pflegende Angehörige. Sie können regelmäßige Pflegeleistungen erbringen, die den Angehörigen Zeit für sich selbst geben. Darüber hinaus können Pflegedienste bei Bedarf auch spezielle Pflegebedürfnisse abdecken, die für Angehörige allein eine enorme Belastung darstellen würden. Es ist ratsam, dass pflegende Angehörige sich über die Möglichkeiten in ihrer Region informieren und gegebenenfalls professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen.

Einsatz von technischen Hilfsmitteln

Der Einsatz von technischen Hilfsmitteln kann die körperlichen Belastungen pflegender Angehöriger verringern. Hierzu gehören beispielsweise Hebehilfen, Treppenlifte, aber auch spezielle Pflegebetten oder Kommunikationshilfen. Durch solche technischen Unterstützungen können pflegende Angehörige ihre Arbeit erleichtern und mögliche körperliche Überlastungen reduzieren. Es lohnt sich, die Möglichkeiten von technischen Hilfsmitteln zu erkunden, um die Pflegeeffizienz zu steigern und die eigene körperliche Belastung zu minimieren.

Entlastung durch soziale Unterstützung

Soziale Unterstützung ist für pflegende Angehörige von unschätzbarem Wert. Die Einbindung von Freunden, Familienmitgliedern oder Nachbarn kann dazu beitragen, dass die Pflegeverantwortung geteilt und Entlastung geschaffen werden kann. Auch der Austausch in Selbsthilfegruppen oder die Inanspruchnahme von Beratungsangeboten können pflegende Angehörige unterstützen und entlasten. Es ist wichtig, sich als pflegender Angehöriger nicht zu scheuen, nach sozialer Unterstützung zu suchen und diese anzunehmen.

Eigene Bedürfnisse wahrnehmen

Nicht zuletzt ist es essenziell, dass pflegende Angehörige ihre eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und achten. Dies beinhaltet Pausen zur Regeneration, die Inanspruchnahme von eigenen Hobbys und die Aufrechterhaltung sozialer Kontakte. Indem pflegende Angehörige auf ihre eigene körperliche und seelische Gesundheit achten, können sie langfristig ihre Rolle als Pflegende besser ausfüllen.

Insgesamt sind Entlastungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige von großer Bedeutung, um deren Wohlbefinden und die Qualität der Pflege langfristig sicherzustellen. Daher ist es ratsam, die vorhandenen Unterstützungsangebote zu nutzen und sich aktiv um die eigene Entlastung zu kümmern.