Kostenübernahme 24-Stunden-Pflege: Finanzielle Entlastung und Pflegegeld im Überblick

Senior plant Kostenübernahme für 24-Stunden-Pflege

Wenn ein geliebtes Familienmitglied gesundheitliche Probleme hat, kann intensive Pflege erforderlich sein. Die 24-Stunden-Pflege bietet die Möglichkeit einer Rundum-Betreuung für Ihren Angehörigen. Allerdings gehen mit dieser Pflegeform Kosten einher, die nicht direkt von der Pflegekasse übernommen werden. Eine sorgfältige Planung der Kostenübernahme für die 24-Stunden-Pflege kann jedoch zu einer bedeutend günstigeren Lösung im Vergleich zu den Eigenanteilen für einen Platz im Pflegeheim führen.

Um die Thematik der Kostenübernahme für die 24-Stunden-Pflege zu verstehen, ist es wichtig zu verstehen, wie sich die dauerhaften Kosten im Vergleich zu vorübergehenden Kosten gestalten. Des Weiteren gibt es Möglichkeiten zur finanziellen Entlastung bei der 24-Stunden-Pflege, die im Folgenden näher erläutert werden.


Dauerhafte Finanzierungsmöglichkeiten für die 24-Stunden-Pflege

Die 24-Stunden-Pflege gewährt Ihrem Angehörigen eine individuelle und liebevolle Betreuung in den eigenen vier Wänden. Um die Kosten für diese Form der Pflege langfristig zu sichern, stehen verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung.

1. Pflegegeld als langfristige finanzielle Unterstützung


Eine davon ist das Pflegegeld, das jedem Pflegebedürftigen mit anerkanntem Pflegegrad zusteht.

Definition

Pflegegeld ist eine finanzielle Unterstützung für die häusliche Pflege durch Angehörige oder nahestehende Personen. Es wird abhängig vom Pflegegrad direkt an die pflegebedürftige Person von der Pflegekasse gezahlt. Der Pflegebedürftige kann diesen Zuschuss frei verwenden, meist um die pflegende Person zu entlohnen. Es dient als Aufwandsentschädigung für die Pflegetätigkeit zu Hause.
 
Je nach Pflegegrad variiert die Höhe des Pflegegeldes, welches zur Kostenübernahme der 24-Stunden-Pflege genutzt werden kann. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass mit einem höheren Pflegegrad auch höhere Pflegekosten verbunden sein können. Des Weiteren wird das Pflegegeld anteilig gekürzt, sobald zusätzlich ein ambulanter Pflegedienst beansprucht wird.

Pflegegrade und Pflegegeld in Deutschland

Pflegegrad Voraussetzungen Höhe des Pflegegeldes (pro Monat)
1 Geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit Kein Pflegegeld, nur Sachleistungen
2 Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit 332 Euro
3 Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit 573 Euro
4 Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit 764 Euro
5 Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung 946 Euro

2. Pflegekosten als Steuervorteile nutzen

Eine weitere Möglichkeit zur finanziellen Unterstützung ist die steuerliche Absetzbarkeit der anfallenden Kosten als haushaltsnahe Leistungen. Dies stellt einen wichtigen Aspekt dar, um die dauerhafte Kostenübernahme für die 24-Stunden-Pflege zu gewährleisten. Durch die steuerliche Absetzbarkeit können 20 Prozent der Ausgaben, bis zu einem Maximum von 4000 Euro pro Kalenderjahr, erstattet werden.

3. Landespflegegeld in Bayern

In Bayern haben Pflegebedürftige die Möglichkeit, zusätzlich zum Pflegegeld Landespflegegeld zu beantragen. Diese finanzielle Unterstützung wird als Kostenübernahme für die 24-Stunden-Pflege zusätzlich zu den Leistungen der Pflegekasse gezahlt. Es richtet sich an Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung. Beachten Sie jedoch, dass eine Voraussetzung für den Bezug des Landespflegegeldes ist, dass Sie zumindest zeitweise im Bundesland Bayern leben, da diese Leistung aus Landesmitteln finanziert wird.

4. Kostenübernahme durch das Sozialamt

Im Falle, dass die Kosten für die 24-Stunden-Pflege die finanziellen Möglichkeiten überschreiten, kann eine Unterstützung durch das Sozialamt in Betracht gezogen werden. Die Kostenübernahme durch das Sozialamt ist unter gewissen Voraussetzungen möglich. Es ist ratsam, sich im Vorfeld mit dem zuständigen Amt in Verbindung zu setzen, um die Möglichkeiten der Unterstützung zu klären.

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Die vorübergehende Kostenübernahme der 24-Stunden-Pflege

Manche Lebenssituationen erfordern keine dauerhafte, sondern nur vorübergehende Pflege für Ihre Angehörigen, beispielsweise nach einem Krankenhausaufenthalt. Doch auch in solchen Fällen haben Sie Anspruch auf Kostenübernahme für die 24-Stunden-Pflege. Gleiches gilt, wenn Sie vorübergehend nicht in der Lage sind, die Pflege Ihres Angehörigen selbst zu übernehmen. In solchen Momenten können Sie das Verhinderungspflegegeld und den Kurzzeitpflegebetrag in Anspruch nehmen.

Die Übernahme der Kosten für die Verhinderungspflege

Das Verhinderungspflegegeld dient der finanziellen Entlastung, wenn Sie beispielsweise Urlaub planen, erkrankt sind oder eine Auszeit von der Pflege benötigen. Diese Leistung soll pflegende Angehörige unterstützen und die Finanzierung externer Pflegekräfte ermöglichen. Somit ist auch die kostendeckende 24-Stunden-Pflege durch die Verhinderungspflegegelder abgesichert. Die Höchstsumme des Verhinderungspflegegeldes beläuft sich auf 1.612 Euro pro Kalenderjahr und wird für maximal sechs Wochen gewährt, sofern Sie Ihren Angehörigen seit mehr als sechs Monaten selbst pflegen.

Die Erstattung der Kosten für eine Kurzzeitpflege

Oftmals ist eine Pflege des Angehörigen nur für wenige Wochen erforderlich. Dennoch ist eine kurzzeitige Kostenübernahme für die 24-Stunden-Pflege möglich. Die Kurzzeitpflege tritt in Fällen auf, die eine Pflege in einer stationären Einrichtung erfordern. Obwohl die 24-Stunden-Pflege eigentlich nicht dazugehört, können Sie die Hälfte des bewilligten Kurzzeitpflegegeldes für die Verhinderungspflege nutzen. Dadurch stehen Ihnen zusätzliche 806 Euro zur Verhinderungspflege zur Verfügung (der jährliche Betrag der Kurzzeitpflege beträgt ebenso 1.774 Euro).

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Finanzielle Entlastung bei der 24-Stunden-Pflege dank der Kostenübernahme

In Deutschland haben Pflegebedürftige, die zu Hause von ihren Familienangehörigen gepflegt werden, grundsätzlich Anspruch auf finanzielle Unterstützung durch die Pflegekasse. Diese Leistungen umfassen unter anderem die sogenannte Verhinderungspflege sowie die Kurzzeitpflege. Darüber hinaus kann auch eine Kostenübernahme für die 24-Stunden-Pflege in Betracht gezogen werden. Es ist ratsam, sich frühzeitig über die Voraussetzungen und den konkreten Ablauf der Kostenübernahme zu informieren, um finanzielle Engpässe zu vermeiden.

Die finanzielle Entlastung bei der 24-Stunden-Pflege kann je nach Pflegeform und -ort variieren. Für die Dauerpflege durch deutsche Pflegekräfte besteht die Möglichkeit einer teilweisen Kostenerstattung über die Pflegesachleistung der Pflegekasse.

Definition

Pflegesachleistung ist eine Unterstützung der deutschen Pflegeversicherung gemäß § 36 SGB XI. Sie deckt die häusliche Pflege durch professionelle Pflegekräfte ab, einschließlich Grundpflege und hauswirtschaftlicher Hilfe. Behandlungspflege ist jedoch nicht inbegriffen.
 
Bei einer Inanspruchnahme dieser Form der Pflege sollten Sie jedoch mindestens mit monatlichen Kosten in Höhe von 6.000 Euro rechnen, wodurch ein Eigenanteil von etwa 4000 Euro entstehen kann.

Im Vergleich dazu fällt der finanzielle Aufwand für die häusliche Betreuung durch osteuropäische Pflegekräfte, auch dank der Kostenübernahme für die 24-Stunden-Pflege, deutlich geringer aus. Dies macht die 24-Stunden-Pflege zu einer kostengünstigeren Alternative, insbesondere im Vergleich zu einem Pflegeheim. Wichtig ist jedoch die rechtzeitige und korrekte Einreichung aller Anträge bei den zuständigen Ämtern, um von einer möglichen Kostenübernahme profitieren zu können.

Für viele Angehörige ist die Pflege eines Familienmitglieds eine große Herausforderung, sowohl emotional als auch finanziell. Die Kosten für die 24-Stunden-Pflege können erheblich sein und ihre langfristige Finanzplanung beeinflussen. Daher ist es wichtig, sich über die Möglichkeiten der Kostenübernahme zu informieren.

Fachliche Beratung und Unterstützung bei der Kostenübernahme

Um eine Kostenübernahme für die 24-Stunden-Pflege zu beantragen, ist es ratsam, fachliche Beratung in Anspruch zu nehmen. Pflegeberater und -beraterinnen sowie Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen stehen zur Verfügung, um bei allen Fragen rund um die Finanzierung der Pflege zu unterstützen und individuelle Lösungen zu finden.

In vielen Fällen ist eine genaue Prüfung der finanziellen Situation und des Pflegebedarfs notwendig, um die bestmögliche Unterstützung zu gewährleisten. Eine frühzeitige und umfassende Beratung kann dabei helfen, alle Optionen auszuschöpfen und die finanzielle Belastung zu minimieren.

Die 24-Stunden-Pflege ist mit erheblichen Kosten verbunden, die für viele Familien eine finanzielle Herausforderung darstellen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass es verschiedene Möglichkeiten der Kostenübernahme und finanziellen Entlastung gibt. Durch eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema und eine umfassende Beratung können Familien die bestmögliche Unterstützung erhalten und ihre finanzielle Belastung minimieren.

Es lohnt sich daher, alle Optionen zu prüfen und sich rechtzeitig über die Voraussetzungen und Abläufe der Kostenübernahme zu informieren, um die 24-Stunden-Pflege gut planen zu können und gleichzeitig finanziell abgesichert zu sein.