Ruhezeiten in der 24-Stunden-Pflege: Warum eine Betreuung rund um die Uhr nicht möglich ist

24-Stunden-Pflegekraft hatte zu wenige Ruhezeiten

Für die häusliche Betreuung durch Menschen aus Osteuropa hat sich in den letzten Jahren der Name „24-Stunden-Pflege“ etabliert. Der Begriff impliziert, dass die Betreuung rund um die Uhr erfolgt, ohne entsprechende Ruhezeiten. Das ist in der Realität allerdings nicht möglich und rechtlich unzulässig.
Die Einhaltung von angemessenen Ruhezeiten ist für die 24-Stunden-Pflege von entscheidender Bedeutung, da sie direkt die Gesundheit und das Wohlbefinden der Pflegekraft sowie die Qualität der Betreuung beeinflusst. Eine ausreichende Ruhezeit trägt dazu bei, Erschöpfung und Burnout vorzubeugen und ermöglicht es der Pflegekraft, ihre Aufgaben mit Energie und Sorgfalt zu erfüllen. Darüber hinaus dient die Gewährleistung von Ruhezeiten auch dem Schutz der Pflegebedürftigen, da die Sicherheit und die Qualität der Betreuung eng mit dem Wohlbefinden der Pflegekraft verbunden sind. Daher sollte diesem Aspekt der 24-Stunden-Pflege besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Dennoch bietet die 24-Stunden-Pflege eine umfassende Betreuung und ist notfalls auch nachts zur Stelle. Welche Vorgaben bei welcher Beschäftigung genau gelten, sehen Sie hier auf einen Blick.



Wie sind die Ruhezeiten für eine 24-Stunden-Pflegekraft gesetzlich geregelt?

Die gesetzlichen Regelungen für die Ruhezeiten von 24-Stunden-Pflegekräften sind sehr wichtig, um die Arbeitsbedingungen dieser Betreuungskräfte zu schützen. Gemäß dem Arbeitszeitgesetz müssen auch 24-Stunden-Pflegekräfte bestimmte Ruhezeiten einhalten. Diese Ruhezeiten sollen sicherstellen, dass die Pflegekraft ausreichend Zeit zur Erholung und Regeneration hat, um ihre Tätigkeit in angemessener Qualität ausführen zu können. Die konkreten Vorgaben können je nach Beschäftigungsverhältnis variieren und hängen unter anderem von der Art der Anstellung und den individuellen Arbeitsverträgen ab.

Um zu verstehen, welche gesetzlichen Ruhezeiten für die 24-Stunden-Pflege gelten, muss zunächst die Art der Anstellung betrachtet werden. Am weitesten verbreitet ist die Beauftragung eines polnischen Pflege- und Betreuungsdienstes, der dann eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter in den Haushalt entsendet. Dabei besteht zwar ein Arbeitsvertrag in Polen, jedoch gelten bei Entsendungen die arbeitsrechtlichen Bestimmungen des Ziel-Landes. Damit sind für entsendete 24-Stunden-Pflegekräfte die Vorgaben zu Ruhezeiten identisch mit denen deutscher Arbeitnehmer.

In der Praxis bedeutet das, dass eine wöchentliche Arbeitszeit von 48 Stunden nicht überschritten werden darf. In Ausnahmefällen kann die Arbeitszeit vorübergehend auf 10 Stunden täglich verlängert werden. Damit sind im Höchstfall auch 60 Stunden pro Woche möglich, wenn dafür ein entsprechender Ausgleich an Ruhezeiten erfolgt.

Hinweis

Genauso wie für entsendete Arbeitnehmer gilt auch bei direkt angestellten 24-Stunden-Pflegekräften das deutsche Arbeitsrecht. In Bezug auf die Ruhezeiten finden damit die gleichen Regelungen Anwendung.

Die genaue Einhaltung dieser Ruhezeiten und Arbeitszeitregelungen ist entscheidend, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Pflegekraft sowie die Qualität der Pflege langfristig zu gewährleisten. Daher ist es unerlässlich, dass sowohl die Dienstleister als auch die Familien, die eine 24-Stunden-Pflegekraft beschäftigen, sich dieser rechtlichen Rahmenbedingungen bewusst sind und sie entsprechend einhalten.

Gleichzeitig ist es wichtig zu beachten, dass sowohl für entsendete Arbeitnehmer als auch bei direkt angestellten 24-Stunden-Pflegekräften das deutsche Arbeitsrecht gilt. In Bezug auf die Ruhezeiten finden damit die gleichen Regelungen Anwendung.

Bei der Auswahl einer Agentur für die 24-Stunden-Pflege sollte daher auch geprüft werden, ob und wie die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und Ruhezeiten sichergestellt wird, um sicherzustellen, dass die Pflegekraft unter optimalen Bedingungen arbeiten kann.


Wie lassen sich die Ruhezeiten mit dem Alltag der 24-Stunden-Pflege vereinbaren?

Um den Anforderungen der 24-Stunden-Pflege gerecht zu werden, müssen die Ruhezeiten geschickt in den Alltag integriert werden. Dies erfordert eine gute Planung und Organisation, um sicherzustellen, dass die Pflegekraft die notwendige Ruhe und Erholung erhält, ohne dass die Betreuung des Pflegebedürftigen vernachlässigt wird. Es ist wichtig, dass die Familien und Pflegekräfte gemeinsam eine Strategie entwickeln und die täglichen Aufgaben und Anforderungen zu besoprechen, um die Ruhezeiten gut zu koordinieren und die Kontinuität in der Pflege zu gewährleisten.

Übersicht Pflege- und Betreuungsdienstleistungen

Dienstleistung Beschreibung
Persönliche Pflege Unterstützung bei der Körperhygiene, beim Ankleiden und beim Toilettengang.
Hauswirtschaftliche Hilfe Erledigung von Haushaltsaufgaben wie Kochen, Putzen, Wäschepflege und Einkaufen.
Medikamentenerinnerung Erinnerung an die Einnahme von Medikamenten und Begeleitung zu Arztterminen
Mobilitätshilfe Unterstützung beim Gehen, Benutzung eines Rollstuhls oder anderer Hilfsmittel.
Gesellschaft leisten Gemeinsame Aktivitäten, Gespräche führen und soziale Interaktion fördern.
Nachtwache Überwachung und Hilfeleistung während der Nachtstunden.
Organisation und Koordination Terminplanung für Arztbesuche oder Therapien.

Im konkreten Alltag können die Ruhezeiten der 24-Stunden-Pflegekraft zu Versorgungslücken führen, wenn keine klaren Vereinbarungen getroffen werden. Angehörige und Pflegebedürftige sollten daher bereits bei der Anfrage die konkreten Arbeitszeiten mit dem polnischen Pflegedienst bzw. dem Vermittler absprechen. Da ausreichende Ruhezeiten auch für die Qualität der 24-Stunden-Betreuung notwendig sind, muss auch die regelmäßige Freizeit bei der Tagesplanung berücksichtigt werden.

An einem freien Tag könnte dann beispielsweise ein Angehöriger die Betreuung des Pflegebedürftigen übernehmen, um der 24-Stunden-Pflegekraft die notwendige Regenerationsphase zu gewähren. Darüber hinaus sollte an jedem Tag konkret geklärt werden, wann keine Versorgung gebraucht wird und damit Ruhezeiten möglich sind. Wichtig ist, dass auch Phasen der Rufbereitschaft auch als Arbeitszeit gelten und ein entsprechender Ausgleich geschaffen werden muss.

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Gelten für selbstständige 24-Stunden-Pflegekräfte andere Ruhezeiten?

Hartnäckig hält sich der Mythos, dass selbstständige 24-Stunden-Pflegekräfte die gesetzlichen Ruhezeiten nicht beachten müssen. Das ist jedoch nur bedingt richtig.

Verantwortung als Selbstständige

Zwar fallen Selbstständige nicht direkt unter das Arbeitszeitgesetz, jedoch müssen auch diese die Regeln der Berufsgenossenschaft und besonders die Vorschriften der Unfallversicherung einhalten. Diese gelten explizit auch für Unternehmer und sehen einen verantwortungsvollen Umgang mit Arbeits- und Ruhezeiten vor.

Selbstständige 24-Stunden-Pflegekräfte müssen daher eigenverantwortlich sicherstellen, dass sie ausreichende Ruhezeiten einhalten, um ihre eigene Gesundheit und die Qualität ihrer Arbeit zu gewährleisten. Die Selbstständigkeit entbindet sie nicht von der Verantwortung, für eine angemessene Balance zwischen Arbeitszeit und Ruhephasen zu sorgen.

Risiko der Scheinselbstständigkeit

Bei selbstständigen Pflege- und Betreuungskräften besteht die Gefahr, als scheinselbstständig eingestuft zu werden. In diesem Fall gelten wieder die Regelungen des Arbeitszeitgesetzes, und es liegt damit ein schwerwiegender Verstoß vor. Es ist daher für selbstständige Pflegekräfte unerlässlich, ihre Tätigkeit und Arbeitszeiten so zu gestalten, dass sie klar als selbstständig gelten und nicht in den Bereich der Scheinselbstständigkeit geraten.

Eine sorgfältige Dokumentation der Arbeitszeiten und Aktivitäten ist dabei von großer Bedeutung, um im Zweifelsfall die Eigenständigkeit nachweisen zu können. Zudem sollten selbstständige 24-Stunden-Pflegekräfte immer darauf achten, dass sie klar als eigenverantwortliche Unternehmer auftreten und keine Anhaltspunkte für eine abhängige Beschäftigung mit einem festen Arbeitgeber bestehen.

Vorsicht Scheinselbstständigkeit

Bei selbstständigen Pflege- und Betreuungskräften besteht die Gefahr als scheinselbstständig eingestuft zu werden. In diesem Fall gelten wieder die Regelungen des Arbeitszeitgesetztes und es liegt damit ein schwerwiegender Verstoß vor.

 

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Warum sind Ruhezeiten für die 24-Stunden-Pflege elementar wichtig?

Neben den rechtlichen Vorschriften zu Ruhezeiten in der 24-Stunden-Pflege, ist eine ausreichende Regeneration auch im Interesse der Kunden. Die häusliche Betreuung geht zwangsläufig mit einer hohen Belastung einher. Während der Arbeitszeit ist die ständige Aufmerksamkeit des Betreuungspersonals und ein großes Einfühlungsvermögen gefragt. In einigen Fällen kommen auch körperliche Anstrengungen hinzu. Man denke nur an den Transfer einer Person in den Rollstuhl oder die Grundreinigung eines großen Hauses.

Um dennoch eine durchgehend liebevolle und hochwertige Betreuung zu gewährleisten, sind ausreichende Ruhezeiten für die 24-Stunden-Pflege besonders wichtig. In diesem sensiblen Bereich kann es fatale Folgen haben, wenn Fehler aufgrund von Erschöpfung auftreten. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, dass die gesetzlichen Pausenzeiten eingehalten werden und ein fairer, menschlicher Umgang miteinander praktiziert wird. Nur so kann eine jederzeit zufriedenstellende Situation für alle Beteiligten gewährleistet werden.

Ein *Diagramm* zur Verdeutlichung der Belastungssituation und der Auswirkungen von Ruhezeiten auf die Qualität der Betreuung könnte an dieser Stelle eine wertvolle Ergänzung sein.