In Deutschland leben ungefähr 1,5 Millionen Menschen mit Demenz, viele sind auf Betreuung und Hilfe von Angehörigen angewiesen. Für diese ist der Umgang mit Demenz nicht immer leicht, besonders dann, wenn ohnehin schon der vorweihnachtliche Stress den Alltag ergreift. Trotzdem wünscht sich die Mehrheit der Deutschen, Weihnachten im Kreise der Familie zu verbringen. Ob aus der häuslichen Pflege oder dem Pflegeheim, viele Demenzpatienten werden besonders zum Fest zu Angehörigen nach Hause eingeladen und verbringen dort häufig gemeinsam die Feiertage. Doch wie erwähnt ist der Umgang mit Demenz nicht immer konfliktfrei. Das möchte man an den Festtagen möglichst vermeiden, hier kommen 5 Tipps wie das gelingen kann.

 


Der Umgang mit Demenz zur Weihnachtszeit: sensibilisieren Sie die Familie!


Besonders wenn Kinder im Haushalt leben ist das Weihnachtsfest begleitet von schöner Dekoration, Besinnlichkeit und Vorfreude. Leider fällt es aber Kinder im Umgang mit Demenz häufig schwer zu verstehen, wenn Opa oder Oma anfangen den Christbaum zu „entschmücken“ oder ähnliches. Sprechen Sie daher besonders mit jungen Familienmitgliedern im Vorfeld und sensibilisieren Sie für den Umgang mit Demenz. Auch mit dem Partner sollte vorher über die Situation gesprochen und mögliche Eigenarten erklärt werden.


Demenz an Weihnachten – Der Umgang mit Stressfaktoren

Besonders zur Weihnachtszeit wirken unzählige Eindrücke auf Ihren Angehörigen. Zum richtigen Umgang mit Demenz gehört hier auch das Verständnis für diese Reize und eventuelle Reaktionen darauf. Vermeiden Sie daher grell blinkende Beleuchtung und skurrile Weihnachtsfiguren, um kein Unbehagen auszulösen. Andersherum können Sie, sofern Sie feststellen, dass Ihr Angehöriger etwas außergewöhnliches als Dekorationsobjekt verwenden möchte dies natürlich berücksichtigen.


Weihnachten als Chance – positiver Umgang mit der Demenz

Neben all den Schwierigkeiten im Umgang mit der Demenz bietet die Weihnachtszeit auch besondere Chancen. Kaum ein Eindruck hat sich bei vielen Senioren so festgesetzt wie das Weihnachtsfest. Entsprechend können sich manche Betroffene auch im schweren Stadium der Erkrankung noch an alte Bräuche erinnern. Für den Umgang mit dem Demenzpatienten ergeben sich daraus große Chancen zur Aktivierung. Suchen Sie alte Fotos oder wenn möglich sprechen Sie auch mit alten Freunden des Patienten über althergebrachte Sitten zu Weihnachten und fragen leihweise nach Erinnerungsstücken. So können Sie gemeinsam in der Vergangenheit stöbern und möglicherweise auch positive Effekte auf die Demenz erzielen.


Der richtige Umgang mit dem Tagesablauf von Demenzpatienten

Ein geregelter Tagesablauf ist elementarer Bestandteil für viele Demenzpatienten. Das Weihnachtsfest stellt jedoch in vieler Hinsicht eine Ausnahmesituation dar. Überlegen Sie deshalb wie Sie besonders Heiligabend gestalten möchten. Der Umgang mit dem Kirchenbesuch wird von vielen Familien unterschiedlich gehandhabt. Für die meisten Patienten sind große Menschengruppen und der sakrale Ablauf nicht unbedingt geeignet. Einige Betroffene jedoch mögen diese Erfahrung und finden zu alten Erinnerungen zurück. Wie lange Ihr Angehöriger an Heiligabend wach bleiben sollte lässt sich nicht pauschal beantworten. Mancher Betroffener ist an Weihnachten auch zur späten Stunde noch aktiv. Seien Sie also flexibel und passen sich den Wünschen Ihres Angehörigen an.


Aktiv mit Demenz – Gemeinsam vorbereiten, gemeinsam feiern

Der Umgang mit Demenz erfordert zweifelsfrei Fingerspitzengefühl. Das sollte Sie jedoch nicht davon abhalten Ihren Angehörigen aktiv mit in die Vorbereitungen einzubeziehen. Beispielsweiße gemeinsames Plätzchenbacken aktiviert die Sinne und kann durchaus Spaß machen. Zeigen Sie im Umgang mit Fehlern und Schwierigkeiten Geduld und vergessen nicht, welch schwere Erkrankung die Demenz ist. Auch die Dekoration können Sie gemeinsam angehen. Einfache Dinge wie Krippenfiguren aufstellen oder die Fensterbank schmücken fällt auch vielen Demenzpatienten nicht schwer. Auch am Weihnachtsabend sollte der Umgang mit dem Demenzpatienten von Offenheit geprägt sein. Beziehen Sie Ihren Angehörigen in Gespräche ein und zeigen, dass Er oder Sie dazu gehört. Kleine Wertschätzungen und Lob gehören im Umgang mit Demenz zum Standardrepertoire. Auch Blickkontakt kann eine Form der Wertschätzung sein, besonders wenn andere Wege der Kommunikation nur noch bedingt möglich sind. Stellen Sie möglichst einfache Fragen mit wenigen Antwortalternativen und lassen Sie Ihrem Angehörigen ausreichend Zeit zu antworten.

Egal ob Sie zu Weihnachten eine Woche oder nur einen Tag gemeinsam verbringen, mit der nötigen Gelassenheit und einem entspannten Umgang mit der Demenz wird das Weihnachtsfest mit Ihrem Angehörigen ein voller Erfolg.

Die Pflegehilfe für Senioren wünscht Ihnen und ihrer Familie eine besinnliche und erholsame Zeit!

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