Seniorin nach einem Sturz

Zu den größten Gefahren im Alter gehören zweifelsfrei Stürze. Jedes Jahr werden ca. 400.000 Senioren in Folge dessen ins Krankenhaus eingeliefert. Rund 40% der gestürzten Senioren klagen auch nach Monaten noch über die Folgen des Unfalls. Häufig kommt es zu Knochenbrüchen, Verletzungen der Hüfte oder Gehirnerschütterungen. Besonders im Alter können derartige Verletzungen schwerwiegende Folgen haben. Wie Sie es gar nicht soweit kommen lassen, erfahren Sie in unserem Ratgeber.


Stürze im Alter – Warum kommen Senioren häufig zu Fall?


Ungefähr jeder dritte Senior über 65 Jahren stürzt einmal im Jahr, häufig mit fatalen Folgen. Doch woher rührt diese Häufung an Sturzunfällen bei älteren Menschen?

Häufig ist eine der zentralen Ursachen die schwäche in der Muskulatur, besonders in den Beinen. Die ist häufig auf eine verminderte Aktivität der Senioren zurückzuführen, wodurch die Muskulatur allmählich abbaut. Kommt eine Gehhilfe zum Einsatz wird dieser Effekt nochmals verstärkt. Die Folge ist eine weiter erhöhte Sturzgefahr.

Weitere Ursache für Stürze können kognitive Einschränkungen sein, die mit dem Alter einhergehen. Beispielsweiße eine Sehschwäche lässt Senioren Stolperfallen häufig übersehen und stellt damit einen erheblichen Risikofaktor dar.
Darüber hinaus nehmen die meisten Senioren regelmäßig Medikamente ein, die verschiedene sturzbegünstigende Nebenwirkungen haben. Häufig treten Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen auf. Ein Sturz wird dann sehr wahrscheinlich. Informieren Sie sich deshalb bereits vor Einnahme über mögliche Nebenwirkungen und berücksichtigen diese!

Neben den alters- und medikationsbedingten Sturzrisiken für Senioren, gibt es auch allgemeine Stolperfallen im Haushalt, die nach Möglichkeit weitestgehend entfernt, beziehungsweiße. gesichert werden sollten. Das sind häufig steile Treppen, rutschende Teppiche oder Kanten an Türschwellen.


Kraft- und Gleichgewichtstraining verhindern Stürze bei Senioren


Die Hauptursache für Stürze ist zweifelsfrei die Schwäche der betroffenen Muskulatur. Entsprechend sollte Senioren zuerst an diesem Punkt ansetzen um Stürze aktiv zu verhindern. Regelmäßige Übungen die Kraft und Gleichgewichtssinn schulen sind eine der besten Absicherungen gegen die Sturzgefahr. Dabei müssen keine Weltrekorde mehr aufgestellt werden, vielmehr ist es Ziel die Muskulatur in Bewegung zu halten und der Degeneration entgegen zu wirken. Dabei können einfache Übungen bereits ohne Equipment durchgeführt werden. Stützen Sie sich beispielsweiße mit einem Arm auf einem Stuhl ab und stellen Sie sich auf ein Bein. So schulen Sie Gleichgewichtssinn und Stabilität im Gang.

Neben unterstützenden Übungen spielt auch die tägliche Aktivität eine entscheidende Rolle. Spaziergänge, Tanzen oder gemeinsames Boule spielen sind hervorragende Trainingseinheiten für die Beinmuskulatur und sin wichtiger Baustein um die Sturzgefahr zu minimieren und die Mobilität zu erhalten.


Risikofaktoren für Stürze im Alltag entdecken


Neben dem Training der Muskulatur gibt es noch weitere Möglichkeiten die Sturzgefahr bei Senioren zu minimieren. Um Stürze durch verminderte Sehkraft zu vermeiden sollten Sie regelmäßig, mindestens einmal jährlich, Ihre Augen überprüfen lassen. Machen Sie hierfür bereits frühzeitig einen Termin beim Augenarzt.

Um Stürze durch Nebenwirkungen von Medikamenten zu vermeiden, sollten Senioren die Packungsbeilage sorgfältig lesen und den Medikamentenplan halbjährlich überprüfen lassen. Sprechen Sie gegebenenfalls auch mit Ihrem Arzt über Sturzgefahr, die von Medikamenten ausgeht.

Außerdem sollten Senioren unbedingt auf gutsitzendes Schuhwerk achten und dieses ebenfalls regelmäßig überprüfen. Auch im Haushalt können Sie stürze effektiv verhindern. Bei steilen Treppen bietet sich ein zusätzlicher Griff, ein sogenannter „Handlauf“ an um sich im Zweifelsfall festhalten und abstützen zu können. Schlecht beleuchtete Ecken im Haus sollten mit entsprechenden Lichtquellen ausgestattet werden um hier auch in den Abendstunden keine Sturzgefahr aufkommen zu lassen. Wer lose Teppiche im Haus hat kann diese mit Anti-Rutsch-Matten sichern oder anderweitig fixieren. Auch Stolperkanten an Türschwellen lassen sich häufig beseitigen oder entschärfen. Hierfür sollten Sie allerdings mit dem Tischler Ihres Vertrauens Rücksprache halten.


Wackelig auf den Beinen: die Angst besiegen


Neben Stolperfallen, Muskelschwäche und kognitiven Einschränkungen ist die Angst häufig einer der entscheidenden Faktoren. Senioren, die bereits einen Sturz erlebt haben, aber auch solche ohne Sturzerfahrung fürchten sich häufig vor einem Fall. Die Konsequenz daraus ist ein Teufelskreis: durch die Vermeidung von Gehstrecken oder die Zuhilfenahme von Gehstützen wird die Muskulatur kaum beansprucht und degeneriert weiter. In Folge dessen verstärkt sich die Unsicherheit im Gang.

Senioren mit Sturzangst sollten daher den Alltag möglichst wenig einschränken. Sprechen Sie gegebenenfalls mit Arzt und Physiotherapeuten. In vielen Orten werden darüber hinaus Kurse um den Gang zu verbessern angeboten, die sich speziell an Senioren richten.
Vor längeren Wegstrecken macht es Sinn Freunde oder Verwandte zu informieren oder gegebenenfalls den Weg in Begleitung antreten. Senioren in der 24-Stunden-Pflege können hier beispielsweiße Ihre Pflegekraft mitnehmen und bei gemeinsamen Gleichgewichtsübungen den Gang deutlich verbessern.