Pflegerin berührt Hand des Patienten

Dass körperliche Zuneigung und Berührungen durch Andere essentiell sind für das Wohlbefinden des Menschen, ist allgemein anerkannt. Nicht ohne Grund brauchen insbesondere Babys nach der Geburt so schnell es geht den Hautkontakt zur Mutter. Berührungen sind jedoch nicht nur dafür da, eine engere Bindung zwischen Menschen aufzubauen, sondern steigern auch nachweislich das Wohlbefinden. Insbesondere in der Pflege sind Berührungen daher enorm wichtig und können dazu führen, dass sich zu pflegende Personen insgesamt besser fühlen.


Was bewirken Berührungen im menschlichen Körper

Sobald man in körperlichen Kontakt mit anderen Menschen kommt, werden spezielle Botenstoffe im Körper freigesetzt. Dadurch wird die Wahrnehmung des Menschen gesteigert. So tun beispielsweise Umarmungen jedem Menschen gut, lindern Stress und signalisieren der Person, dass man sie unterstützt und für sie da ist. Dieses Gefühl der Geborgenheit und des Beschützens ist ebenfalls besonders wichtig bei der Betreuung von pflegebedürftigen Menschen. Für diese Personen stellt die Pflegekraft oder Sie als pflegender Angehöriger meist die größte Bezugsperson dar, sowohl physisch als auch psychisch gesehen. Daher ist es für das persönliche Wohlbefinden der zu Pflegenden wichtig, dass die Berührung in der Pflege nicht vernachlässigt wird.


Unterscheidung von Berührungen in der Pflege

Generell wird in der Pflege zwischen zwei Arten von Berührungen unterschieden: die funktionale Berührung und die emotionale Berührung. Insbesondere Betroffene, die in Seniorenheimen oder Pflegeinrichtungen versorgt werden, sind mit der funktionalen Berührung vertraut. Darunter versteht man die Art von Berührung, die dazu dient, eine Person zu pflegen und zu versorgen. Beispielsweise wird das Waschen, Essen geben oder das Anziehen von zu pflegenden Personen als funktionale Berührung bezeichnet. In der Pflege ist die Zeit oftmals knapp, um weitere Berührungspunkte, sog. emotionale Berührungen, zu ermöglichen. Diese emotionalen Berührungen sind alle Berührungen, die Zuneigung ausdrücken. Sei es eine Umarmung, oder das Streicheln der Hände: dadurch erfährt die Pflegeperson Zuneigung und ein gesteigertes körperliches Wohlbefinden. Diese Berührungen können meist nur Sie als Angehöriger bieten.


Berührungen in der Pflege

Insbesondere in der Pflege dienen Berührungen jedoch noch vielen weiteren Zwecken. So wird auch durch eine sanfte Berührung dem Betroffenen signalisiert, dass man für ihn da ist und möchte, dass es ihm gut geht. Ebenso können Berührungen helfen, wenn Sie als Angehöriger nicht mehr erkannt werden. Durch eine Umarmung oder eine zärtliche Geste kann dennoch signalisiert werden, dass eine vertraute Person vor Ort ist. Durch Berührungen können insbesondere ältere oder ängstliche Personen beruhigt werden. Auch aggressive Betroffene reagieren meist besser auf Berührungen als auf Worte. Aufgrund des Zeitmangels muss auf emotionale Berührungen in der Pflege leider größtenteils verzichtet werden. Jedoch reichen schon kleine Gesten aus, um eine Bindung zwischen der zu pflegenden Person und der pflegenden Person aufzubauen und funktionale Berührungen mit emotionalen Berührungen zu verknüpfen. Wer zum Beispiel bei der Körperpflege viel mit der pflegebedürftigen Person spricht, kann ebenfalls ein emotionales Verhältnis aufbauen. Dabei ist jedoch auch immer die Privatsphäre und der Wunsch des Pflegebedürftigen zu erfragen und zu respektieren. Viele Pflegebedürftige meiden bewusst körperlichen Kontakt und fühlen sich bei Berührungen unwohl. Wenn dies der Fall ist, sollten Pflegepersonal und auch Sie als Angehöriger das natürlich akzeptieren und beachten. Grundsätzlich gilt jedoch sowohl bei der Pflege von Angehörigen als auch bei der Pflege in Alten- und Seniorenheimen, dass sehr viel von körperlichen Berührungen abhängt und das Wohlbefinden der Betroffenen durch eine kurze Berührung bereits enorm gesteigert werden kann.