Pflegebedürftige, deren Bewegungsumfang stark eingeschränkt ist, verweilen häufig in ein und derselben Position. Besonders wenn ein selbstständiger Wechsel der Liegeposition nicht mehr möglich ist steigt das Risiko des Wundliegens, ein sogenannter Dekubitus. Es entstehen Druckgeschwüre in den betroffenen Bereichen, die eine erhebliche Beeinträchtigung für Ihren Angehörigen bedeuten und meist mit starken Schmerzen verbunden sind. Erfahren Sie mehr über Entstehung, Risikofaktoren und Abhilfe gegen den Dekubitus.
 


Wundliegen – Entstehung und Risikofaktoren

Beim Wundliegen handelt es sich, anders als viele Laien annehmen, nicht um eine oberflächliche Verletzung der Haut. Vielmehr entsteht ein Dekubitus im Gewebe und liegt damit noch tiefer. Wenn sich Rötungen auf der Haut zeigen, ist das Wundliegen bereits in einem weit fortgeschrittenen Stadium. Als wohl größter Risikofaktor gilt die fehlende Mobilität. Wenn sich der Pflegebedürftige nicht mehr problemlos bewegen kann, fördert dies die Entstehung des Wundliegens mit entsprechenden Druckgeschwüren. Dauerhafte Druck- und Scherkräfte reizen das Gewebe dann stark, was letztlich zum Dekubitus führt.

Hinzu kommen zuweilen noch Störungen der Durchblutung oder des Stoffwechsels. Ein weiterer Risikofaktor für das Wundliegen ist eine Inkontinenz. Zwar sind die Zusammenhänge zwischen Dekubitus und Inkontinenz nicht vollständig erforscht, jedoch ergeben sich zwei zentrale Ansatzpunkte. Zum einen führt die Feuchtigkeit durch den Urin zu einer weiteren Reizung der Haut, was als begünstigend für den Dekubitus gilt. Zum anderen neigen Menschen, die unter Inkontinenz leiden dazu sehr wenig zu trinken. Durch den Mangel an Flüssigkeit leiden haut und Gewebe besonders stark und sind weniger elastisch. In diesen Fällen ist trotz richtiger Lagerung das Wundliegen recht wahrscheinlich.

Weitere Risikofaktoren für den Dekubitus können Hilfsmittel und Verbände sein. Besonders schlecht liegende oder verrutschte Katheter werden immer wieder mit dem Wundliegen in Verbindung gebracht. Daneben können auch falsch angelegte Verbände oder Kleidung zum Dekubitus führen. Aus diesem Grund sollten Sie als Angehöriger besonders auf potentielle Gefahrenquellen für das Wundliegen achten. Die Heilung eines Druckgeschwürs dauert häufig mehrere Wochen an und lässt sich häufig bereits mit wenigen Handgriffen verhindern.


Diese Körperteile sind für das Wundliegen besonders gefährdet

Theoretisch ist die Entstehung eines Dekubitus an jedem Körperteil möglich, wo die Haut direkt am Knochen liegt. Der Grund hierfür ist einfach: An diesen Stellen sorgen weder Muskeln noch Fettgewebe für Schutz und Stabilität. Zu diesen Bereichen zählen:

  • Die Kreuzbeinregion
  • Die Ellenbogen
  • Die Rollhügel der Oberschenkelknochen
  • Die Fersen
  • Die Knöchel


Präventionsmaßnahmen gegen das Wundliegen: Matratzen, Kissen und Pflege

Eine entscheidende Voraussetzung, um das Wundliegen zu vermeiden, stellt dementsprechend die regelmäßige Bewegung und Lagerung des Pflegebedürftigen dar. Neben diesen beiden Faktoren gibt es diverse Hilfsmittel, die das Wundliegen verhindern oder abmildern sollen. Das bekannteste ist wohl die Dekubitus-Matratze. Diese sorgt für eine gleichmäßige Druckverteilung und entlastet stark beanspruchte Stellen. Darüber hinaus gibt es unzählige Kissen und Polster, um einzelnen Regionen zu entlasten und den Druck gleichmäßig zu verteilen. Auch Bandagen und Gelenkschoner sind inzwischen erhältlich.

Neben diesen klassischen Hilfsmitteln ist selbstverständlich eine fachgerechte Pflege einer der bedeutendsten Faktoren, um das Wundliegen effektiv zu verhindern. Familien, die sich für eine 24-Stunden-Pflege entscheiden, sollten daher besonderen Wert auf die Erfahrung bzgl. Der Lagerung von Patienten legen, wenn Sie eine Pflegekraft auswählen. Gute 24-Stunden-Pflegekräfte sind geschult in Lagerung und Mobilitätsförderung von Pflegebedürftigen und können so ebenfalls einen wichtigen Beitrag leisten, um den Dekubitus zu verhindern.

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