Multiple-Sklerose-Patientin im Rollstuhl

Allein in Deutschland leiden ca. 200.000 Menschen unter Multipler Sklerose. Die Krankheit tritt vor Allem bei jungen Erwachsenen auf und kann sich auf höchst unterschiedliche Art äußern. Welche Symptome auftreten, wie die Krankheit verläuft und welche Ursachen sie hat, erfahren Sie hier.


Multiple Sklerose – was ist das eigentlich genau?


Bei der Multiple Sklerose wird die Reizübertragung an den Nervenfasern gestört. Die Folge sind Einschränkungen in der Wahrnehmung und in verschiedenen Bewegungsabläufen. Ursache hierfür sind mehrere kleine Entzündungsherde am Ende der Nervenfasern. Als Reaktion darauf beginnt das Immunsystem fälschlicherweise körpereigene Strukturen anzugreifen, die für die Reizübertragung notwendig sind.
Vergleichen kann man dies etwa mit einem durchtrennten Kabel, durch das folglich auch kein Strom mehr fließen kann. Bei Patienten mit Multiple Sklerose ist die Nervenverbindung ebenfalls unterbrochen und der Reiz gelangt entweder nicht mehr bis ans Gehirn, oder Reize des Gehirns werden nicht mehr ausreichend an die Muskelfasern übertragen. Entsprechend werden Signale die der Körper aufnimmt nicht oder nur verzerrt weitergegeben und Bewegungen, die der Erkrankte durchführen möchte nicht an die Muskeln weitergeleitet werden bzw. diesen nur stark abgeschwächt erreichen.


Welche Formen von Multiple Sklerose sind bekannt?

Der Verlauf einer Multiple Sklerose kann höchst unterschiedliche sein. Grundsätzlich lässt sich nicht vorhersagen welche Einschränkungen auftreten, weshalb man auch von der Krankheit mit den tausend Gesichtern spricht. Dabei lässt sich zwischen 3 grundlegenden Verlaufsformen unterscheiden: der „schleichenden“ MS, dem schubförmigen Verlauf und Mischformen mit schleichendem Verlauf, der immer wieder von Schüben verstärkt wird.

Beim schubförmigen Verlauf treten spontan starke Beschwerden auf, die meist einige Tage anhalten und sich dann wieder zurückbilden. Dabei bleibt jedoch beinahe bei jedem Auftreten ein kleiner Schaden zurück. Dann spricht man von einem Schub der Multiple Sklerose, der durch äußere Einflüsse wie Stress oder Infektionen verstärkt bzw. ausgelöst werden kann.

Die schleichende Multiple Sklerose dagegen kennt diese Schübe nicht. Beim schleichenden Krankheitsverlauf verstärken sich die Symptome stetig und es kommen neue hinzu. Generell ist hier der Verlauf kürzer und die Behandlungsmöglichkeiten sind schlechter, als bei der schubförmigen MS.

Darüber hinaus existiert eine Mischform aus schubförmiger und schleichender Multiple Sklerose. Bei dieser Form verläuft die Krankheit ähnlich wie die schleichende MS, wird jedoch immer wieder von kurzfristigen Schüben gekennzeichnet.


Wer ist von Multiple Sklerose betroffen?


Einer der belastendsten Faktoren an der Multiple Sklerose ist, dass vorwiegend recht junge Menschen betroffen sind. Meist fällt die Diagnose im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Darüber hinaus sind auffällig viele Frauen betroffen, sie machen rund 70 % der Erkrankten aus. Die Gründe hierfür sind nicht vollständig erforscht, werden jedoch bei einem Eiweißmolekül vermutet, dass im weiblichen Gehirn wesentlich häufiger auftritt.

Darüber hinaus gibt es weitere Risikofaktoren für Multiple Sklerose. Die signifikantesten sind Übergewicht im Kindesalter, Rauchen und letztlich auch die genetische Veranlagung. Zwar ist MS keine Erbkrankheit, jedoch haben Angehörige von MS-Patienten ein deutlich erhöhtes Krankheitsrisiko. Hinzu kommt, dass die Multiple Sklerose vorwiegend bei Menschen europäischer Abstammung auftritt, vor allem Südamerikaner und Afrikaner sind nur sehr selten betroffen.


Aktiv Leben trotz MS


Die Diagnose MS stellt für die Betroffenen und Ihre Familie einen tiefen Einschnitt dar. Allzu häufig wird das Bild vom Rollstuhl präsent und Angst vor den Einschränkungen, die die Krankheit mit sich bringt tritt in den Vordergrund. Diese Angst ist jedoch nur teilweise begründet, häufig können MS-Patienten trotz der Krankheit eine hohe Lebensqualität erhalten. Wichtig hierfür ist dass der Krankheitsverlauf durch verschiedene Therapieansätze möglichst stark verlangsamt werden kann.

Werden die Einschränkungen trotzdem größer, ist es besonders bei jungen Menschen wichtig ein möglichst selbstbestimmtes und erfülltes Leben trotz Multiple Sklerose zu ermöglichen. Hierfür können Betroffene Familien beispielsweiße auf eine 24-Stunden-MS-Pflege zurückgreifen.

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