Patient mit einer Form von Demenz betrachtet Bilder

Keine Frage, die Demenz mit all ihren Symptomen ist eine schwerwiegende Erkrankung. Für den Patienten, wie auch seine Familie, stellt die Diagnose eine erhebliche Belastung dar. Betroffene fürchten den Verlust der Selbstständigkeit und die zunehmende Veränderung der eigenen Persönlichkeit. Auch an die Pflege werden hohe Anforderungen gestellt. Viele Menschen kennen die Alzheimer-Krankheit und einige andere Demenzformen, hatten jedoch bislang wenige Berührungspunkte mit der Erkrankung.

Wir haben mit Betroffenen, Ärzten und Pflegekräften gesprochen und die wichtigsten Demenzformen für Sie erklärt.



Wie viele Demenzformen gibt es?

Die Demenz ist keine einheitliche Krankheit mit immer gleichem Verlauf. Genau genommen handelt es sich um ein psychologisches Syndrom, welches insgesamt über 50 verschiedene Demenzformen kennt. Grundsätzlich gibt es drei Demenzformen, die einen Großteil der Erkrankungen ausmachen. Einige andere Varianten des Syndroms sind eher selten, wie das Korsakow-Syndrom mit nur einer geringen Zahl an Betroffenen.

Die Symptome sind bei allen Arten der Demenz ähnlich, treten jedoch in unterschiedlicher Häufung und nicht zwangsläufig gesammelt auf. Meist treten Störungen des Kurzzeit- und Langzeitgedächtnisses auf und es kommt zu Orientierungsschwierigkeiten. Betroffene haben zudem häufig Schwierigkeiten mit dem Sprachvermögen und einfachen Denkaufgaben. Es kann auch zu starken Veränderungen der Persönlichkeit kommen, was für Angehörige meist sehr belastend ist.

Im Regelfall verläuft die Krankheit in Stadien, wobei sich der körperliche und geistige Zustand der Patienten stetig verschlechtert, da bislang noch wenige Therapiemöglichkeiten bestehen und viele Schädigungen irreversibel sind. Die Ursachen für verschiedene Demenzformen können höchst unterschiedlich sein und sind teilweise noch nicht vollständig erforscht. Die häufigsten Variationen der Demenz sind die Alzheimer-Krankheit, die Vaskuläre Demenz und die Lewy-Körperchen-Demenz.


Alzheimer-Krankheit: Die häufigste Demenzform

Bei ca. 60 % aller Fälle von Demenz handelt es sich um die Alzheimer-Krankheit. Damit ist Sie die weltweit verbreitetste Demenzform. Das zunehmende Alter ist der größte Risikofaktor für Morbus Alzheimer, nur wenige Betroffene sind unter 60 Jahren alt.

Erste Anzeichen für die Alzheimer-Demenz sind Einschränkungen des Kurzzeitgedächtnisses. Neue Informationen können nur noch bedingt gespeichert werden und häufig treten erste Orientierungsstörungen auf. Im Verlauf der Krankheit verschlimmern sich diese Symptome. Häufig kommt es zusätzlich zu Einschränkungen in der Sprache und gewohnte Abläufe können nicht mehr abgerufen werden. Im späteren Krankheitsstadium kann es auch zu Persönlichkeitsveränderungen kommen und, bedingt durch das mangelnde Vermögen sich in neuen Situationen zurecht zu finden, auch zu Angstzuständen. Im Endstadium sind Inkontinenz und ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus häufige Symptome dieser Demenzform.

Die Ursachen der Alzheimer-Krankheit sind nicht vollständig bekannt, es wird jedoch vermutet, dass sie auf Eiweißablagerungen im Gehirn zurückzuführen ist.


Vaskuläre Demenzform: Durchblutungsstörung im Gehirn

Nach der Alzheimer-Krankheit ist die Vaskuläre Demenz die zweithäufigste Art des Syndroms. Bei der Vaskulären Demenz kommt es zu Durchblutungsstörungen in verschiedenen Hirnarealen und in Folge dessen zu mehreren kleinen Infarkten im Gehirn. Der starke Gedächtnisverlust ist bei dieser Form der Demenz nicht zwangsläufig und tritt, wenn überhaupt, häufig erst im Endstadium der Krankheit auf.

Erste Anzeichen einer Vaskulären Demenz können Sprachstörungen, Konzentrationsprobleme oder Stimmungsschwankungen sein. Der Verlauf dieser Demenzform kann sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem welche Hirnareale betroffen sind. Häufig treten verschiedene Symptome erst im Laufe der Krankheit auf. Eine nicht seltene Erscheinung dieser Demenzform ist ein, durch den Abbau von neuronalen Verbindungen bedingter, unsicherer Gang, weshalb Betroffene meist auf Gehhilfen angewiesen sind und die Gefahr von Stürzen sehr groß ist. Wer sicher gehen will, sollte bei seinem Arzt nach einem MRT oder CT fragen, mit beiden verfahren lässt sich die Vaskuläre Demenz nachweisen.


Lewy-Körperchen-Syndrom: Die seltene Demenzform

Nur 10 bis 15 % der Demenz-Erkrankungen entfallen auf die Lewy-Körperchen-Demenz, damit ist sie eine der selteneren Demenzformen. Die ersten Symptome ähneln denen der Alzheimer-Demenz, weshalb Ärzte davon ausgehen, dass es gemischte Demenzformen gibt.

Ähnlich der vaskulären Demenz bleibt auch bei diesem Krankheitsbild das Gedächtnis relativ lange erhalten. Außerdem lassen sich starke Schwankungen im Zustand des Patienten feststellen. An einem Tag ist der Erkrankte aktiv und wach, am nächsten teilnahmslos und verwirrt. Häufig tritt diese Demenzform im Zusammenhang mit parkinson-ähnlichen Symptomen auf, was die Gefahr für Stürze des Erkrankten erhöht, weshalb eine 24-Stunden-Betreuung in diesen Fällen mehr als sinnvoll ist.

Mit Fortschreiten der Demenz treten auch Symptome auf, die die Familie sehr belasten können. Erkrankte neigen häufig zu Halluzinationen, die detailliert wiedergegeben werden können. Betroffene reagieren außerdem sehr empfindlich auf Neuroleptika, häufig mit Aggression. Ursache für diese Form der Demenz sind Eiweiß-Einschlüsse in den Nervenzellen des Gehirns. Diese Einschlüsse werden als Lewy-Körperchen bezeichnet. Der Nachweis erfolgt auf Basis der Symptomatik, da diese Demenzform erst post-mortem sicher nachgewiesen werden kann.

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