Seniorenreport 2020: Eigenheimbesitzer wollen für Pflegekosten vorsorgen

Senioren finanzieren Pflegekosten durch Eigenheim

In Deutschland leben rund 18 Millionen Menschen über 65 Jahren. Viele dieser Senioren werden in den kommenden Jahren auf Unterstützung oder Betreuung angewiesen sein. Eine gute medizinische Versorgung und Pflege stehen dabei für die Mehrheit im Vordergrund.
Besonders Eigenheimbesitzer wünschen sich im Pflegefall Zuhause betreut zu werden. Für die Pflegekosten möchte daher knapp ein Drittel frühzeitig vorsorgen, ergab der Seniorenreport der GfK.


 


Im Eigenheim gebundenes Kapital fehlt für Pflegekosten


Die Umfrage im Auftrag von wertfaktor zeigt, dass auch Eigenheimbesitzer im Alter nicht völlige finanzielle Freiheit genießen. Das Kapital, dass in der Immobilie gebunden ist, fehlt für andere Bereiche, wie bspw. die Kosten für Pflege oder Pflegevorsorge. Für mehr als die Hälfte der Befragten wären bis zu 1.000 Euro zusätzlich ausreichend.

Diese Lücke hängt auch mit dem noch immer komplizierten System von Förderungen, Anträgen und Kostenträgern zusammen.

„Noch immer nutzen viele Familien nicht alle Zuschüsse oder werden nicht umfassend beraten. Das kostet in manchen Fällen mehrere hundert Euro pro Monat.“ sagt bspw. Julius Kohlhoff, Geschäftsführer der Pflegehilfe für Senioren. Dieses Geld fehlt dann für die Pflege.

Reichen die finanziellen Reserven dennoch nicht aus, können auch andere Wege der Finanzierung in Betracht kommen. Häufig wird dann das Eigenheim für die Pflegekosten herangezogen. Doch lässt sich ein zentrales Anliegen vieler Senioren dann meist nicht mehr verwirklichen: die Pflege in den eigenen vier Wänden. Alternativen wie Teilverkauf und Immobilienrente gewinnen daher zunehmend an Bedeutung.


Senioren möchten im Zuhause gepflegt werden

Bereits 2017 ermittelte eine Studie des Hamburg Center for Health Economics (HCHE), dass mehr als 85% der Menschen sich wünschen auch im Pflegefall Zuhause betreut zu werden. Diese Zahlen stützt der Seniorenreport 2020. In der aktuellen Erhebung gaben 82% der Eigentümer an, dass sie nach Möglichkeit in der eigenen Immobilie leben möchten. Rund ein Drittel wünscht sich, für die künftigen Gesundheits- und Pflegekosten vorsorgen zu können. Passend dazu würden 21% auch gern barrierefrei umbauen um die Immobilie möglichst lange nutzen zu können.

 


Stationäre Pflegekosten steigen: Versorgung im Eigenheim auch finanzielle Alternative

Für die meisten Wünsche, die Senioren laut dem Seniorenreport äußern, reichen überschaubare Beträge aus. Anders verhält es sich leider oft beim Thema Pflege. In erster Linie im stationären Bereich, also Heimen und Seniorenresidenzen, steigen die Eigenanteile seit Jahren stark an. Die Folgen spüren Pflegebedürftige direkt. Inzwischen kostet ein Heimplatz in Deutschland mehr als 2.000 Euro Zuzahlung pro Monat.

In Anbetracht dessen ist es nachvollziehbar, dass die Mehrheit der Eigenheimbesitzer sich wünscht Zuhause versorgt zu werden. Doch auch die häusliche Pflege muss auf einer soliden finanziellen Basis stehen



Pflege zu Hause lässt sich refinanzieren

Die Pflegekosten bei einer Versorgung Zuhause sollten nicht unterschätzt werden. Dennoch ist eine häusliche Pflege für die meisten Menschen finanzierbar durch Zuschüsse der Pflegeversicherung.
Pflegebedürftige können zum einen das Pflegegeld nutzen, um die Kosten zu decken. Außerdem kann die sogenannte Verhinderungspflege beantragt werden, um bspw. eine Pflegekraft aus Polen zu finanzieren.

Da es eine unüberschaubare Zahl an Zuschüssen und Kostenübernahmen in der Pflege gibt, ist es nicht leicht den Überblick zu behalten. Es lohnt sich daher eine umfassende Beratung zu den Fördermöglichkeiten für Pflege in Anspruch zu nehmen.

Steuervorteile für die Pflege

Neben den direkten Förderungen der Pflegeversicherung, kann sich die Pflege von Angehörigen auch steuerlich günstig auswirken. Eine 24-Stunden-Betreuung lässt sich zum Beispiel als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen. Außerdem gibt es für pflegende Angehörige den Pflegepauschaltbetrag. Eine Gespräch mit dem Steuerberater kann daher zusätzlich finanziellen Spielraum schaffen.

 


Pflegekosten über Teilverkauf des Eigenheims decken

Sind die Kosten für die Pflege auch mit den Zuschüssen der Pflegeversicherung nicht gedeckt, kann auch die Immobilie selbst zur Finanzierung herangezogen werden. Dabei ist ein Umzug nicht unbedingt notwendig. Verschiedene Anbieter, wie bspw. „wertfaktor“ oder „RentePlusImmobilie“ beraten dazu und  ermöglichen einen Teilverkauf der Immobilie.

Bei diesem Modell wird ein Anteil am Eigenheim verkauft, kann jedoch weiter genutzt werden. Damit steht direkt ausreichend Kapital zur Verfügung, um die Pflege zu Hause stemmen zu können, ohne das vertraute Umfeld zu verlieren. Zu einem späteren Zeitpunkt kann dieser Teil auch zurückgekauft werden.

Für viele Familien ist dieser Weg eine gute Lösung, um die Pflege eines Angehörigen zu finanzieren, ohne dabei große Kompromisse eingehen zu müssen.
Bevor jedoch darüber nachgedacht wird, welche Finanzierungsmöglichkeiten für die häusliche Pflege bestehen, empfiehlt es sich zunächst ein unverbindliches Angebot einzuholen und sich umfassend beraten zu lassen.