Plattform-Treppenlift für Rollstuhlfahrer

Ungefähr 1,5 Millionen Menschen in Deutschland sind auf einen Rollstuhl angewiesen. Im Alltag stellen Treppen für Menschen mit Handicap oft eine unüberwindbare Hürde dar. Um dennoch weitgehend selbstständiges Leben zu ermöglichen, gibt es das Pendant zum Treppenlift seit einigen Jahren auch für Rollstuhlfahrer.

Bei einem solchen Spezialaufzug spricht man vom sogenannten Plattformlift. Was dieses Hilfsmittel leisten kann und welche Kosten im Vergleich zu einem herkömmlichen Treppenlift entstehen haben wir für Sie recherchiert.


 


Wieso ein spezieller Treppenlift für Rollstuhlfahrer?

Für die meisten Rollstuhlfahrer ist die Benutzung eines gewöhnlichen Treppenlifts kompliziert und umständlich. Außerdem muss am Ende des Lifts ein zweiter Rollstuhl vorhanden sein, oder eine weitere Person muss den Rollstuhl über die Treppe tragen. Eine alleinige Benutzung ist somit unmöglich. Um eine selbstständige Fortbewegung im Rollstuhl zu ermöglichen, haben verschiedene Hersteller ein alternatives System entwickelt, den sogenannten Plattformlift.

Bei einem Plattformlift wird statt eines Sitzes eine Rampe an der Führungsschiene befestigt. Diese Plattform ist mit dem Rollstuhl befahrbar und ermöglicht so das Überwinden von Treppen, ohne dass ein Transfer stattfinden muss.

Vorteil von Plattformliften

Der große Vorteil an einem Plattformlift liegt in der selbstständigen Bedienung allein durch den Benutzer. Außerdem ist die Tragfähigkeit in der Regel deutlich höher, sodass auch Gegenstände damit transportiert werden können.


 


Welche Varianten von Plattform-Treppenliften gibt es?

Grundsätzlich gibt es 2 Arten von Plattformliften auf dem Markt. Neben dem klassischen Senkrechtlift gibt es Modelle, die über eine Führungsschiene die Plattform entlang einer Treppe bewegen.

Senkrechte Plattformlifte benötigen nur eine geringe Grundfläche, erfordern jedoch einige Umbauarbeiten am Treppenaufgang. Bei einem klassischen Treppenlift mit Plattform dagegen, wird lediglich eine Führungsschiene an der Treppe bzw. dem Geländer montiert. Die Plattform kann dann ohne große Umbauarbeiten an dieser Schiene entlang die Treppe überwinden.

Beide Varianten verfügen über klappbare Auffahrrampen und häufig über einen zusätzlichen Sicherheitsbügel.


Was kostet ein Treppenlift für Rollstuhlfahrer?

Plattform-Treppenlifte sind in der Regel deutlich tragfähiger und haben wesentlich robustere Bauteile als Sitzlifte. Entsprechend sind Gerät und Montage teurer als ein klassischer Treppenlift. Die Kosten hängen, wie bei allen Modellen, in erster Linie von Treppenführung und Länge ab.

Günstige Plattform-Treppenlifte beginnen bei ca. 8.000 Euro. Aufwendige Modelle für kurvige Strecken können bis zu 25.000 Euro kosten. Gebrauchte Geräte sind entsprechend günstiger. Aufgrund der langlebigen Bauart kann ein Plattform-Treppenlift bedenkenlos auch aus zweiter Hand gekauft werden.


Vergleichen lohnt sich

Idealerweise lassen Sie sich von mehreren Herstellern Vergleichsangebote erstellen. Seien Sie vorsichtig, wenn ein Händler ein Angebot abgeben möchte, ohne vor Ort gewesen zu sein. Bei einem Treppenlift für Rollstuhlfahrer handelt es sich um eine Maßanfertigung und der Preis muss individuell ermittelt werden.


 


Welche Förderungen gibt es für einen Plattform-Treppenlift?

Ein Treppenlift für Rollstuhlfahrer gilt, wie auch ein gewöhnlicher Sitzlift, als wohnumfeldverbessernde Maßnahme. Entsprechend kann auch hier eine Förderung von bis zu 4.000 Euro durch die Pflegeversicherung erfolgen.

Da die Kosten für einen Plattform-Treppenlift nicht zu unterschätzen sind, sollten auch andere Kostenträger angefragt werden. Bei einem Arbeitsunfall kann bspw. die Berufsgenossenschaft einen Teil der Kosten übernehmen. Auch die KfW gewährt Förder-Zuschüsse für behindertengerechten Umbau.

Wichtig ist, dass Zuschüsse immer bereits im Vorfeld beantragt werden und erst dann mit dem Einbau begonnen wird. Ein unverbindliches Angebot zur Vorlage bei der Pflegeversicherung erhalten Sie völlig unkompliziert über folgenden Link.