Hausnotrufsystem mit Notfallknopf

Wer auch im hohen Alter noch allein leben möchte kann inzwischen auf eine Vielzahl an Hilfsmitteln zurückgreifen. Immer verbreiteter sind dabei Notrufsysteme für Senioren, auch als Hausnotruf bezeichnet.

Der Markt für diese Geräte ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und die Hersteller haben für ihre Modelle moderne Technologien adaptiert. Für viele Menschen ist damit aber auch der Überblick über nützliche Funktionen und zuverlässige Lösungen verloren gegangen.

Waren noch vor 10 Jahren beinahe alle Hausnotrufsysteme von bekannten Organisationen wie dem DRK oder den Johannitern, so teilen sich diese inzwischen mit vielen privaten Anbietern den Markt. Einige dieser Unternehmen haben dabei ausgeklügelte Systeme entwickelt und setzen auf neueste Möglichkeiten, um Sicherheit und Bedienkomfort zu erhöhen.

Worin sich die verschiedenen Anbieter für Hausnotrufsysteme unterscheiden und welche Funktionen empfehlenswert sind, haben wir für Sie zusammengefasst.

 


 


Verschiedene Lösungen für Hausnotruf am Markt


Bei der Auswahl eines Hausnotrufsystems wird grundsätzlich zunächst nach Art der Verbindung unterschieden. Dabei sind in erster Linie zwei Lösungen verbreitet, die unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten bieten:

Hausnotrufsysteme mit DECT / Festnetzverbindung

Notrufsysteme für Senioren, die über das Festnetz angeschlossen werden, sind die klassische Variante und nach wie vor bei fast allen Anbietern erhältlich. Geräte mit Festnetzanschluss funktionieren in der Regel nach dem Prinzip, dass eine Basisstation an die ISDN-Dose angeschlossen wird und über ein Armband oder eine Kette der Notruf betätigt werden kann. Um mit der Basisstation zu kommunizieren, nutzt das mobile Teil den Funkstandard DECT. Der DECT-Standard ist seit Jahren bekannt und wird auch von fast allen Festnetztelefonen mit Mobilteil verwendet.

Bei Hausnotrufen mit Festnetzverbindung besteht der große Nachteil im eingeschränkten Bewegungsradius. Das Notrufarmband bzw. die Notrufkette ist nur in der Lage einen Notruf abzusetzen, solange eine Verbindung zur Basisstation besteht. Die Reichweite der Funkverbindung ist jedoch sehr begrenzt. Damit können die meisten Hausnotrufsysteme dieser Art oft nicht in allen Bereichen des Hauses betätigt werden.

Hausnotrufsysteme mit Mobilfunk

Fast jeder hat inzwischen ein Handy bei sich, wenn er im Alltag unterwegs ist. Mit ähnlicher Technik arbeiten auch Notruflösungen für Senioren, die über das Mobilfunknetz kommunizieren.
Hier ist eine SIM-Karte im Gerät integriert. Damit wird keine Verbindung zur Basisstation benötigt, um einen Notruf abzusetzen.

Hausnotrufe mit Mobilfunk sind daher deutlich flexibler und eignen sich nicht nur innerhalb des Hauses. Auch die Netzabdeckung ist in der Regel kein Problem. Eine Telefonverbindung über Mobilfunk lässt sich an nahezu allen Orten in Deutschland herstellen.


Funktionen die sich beim Hausnotruf für Senioren lohnen


Die verschiedenen Anbieter für Hausnotrufsysteme versuchen stetig neue Funktionen zu entwickeln und bieten diese häufig gegen Aufpreis an. Welche sich davon lohnen und wo Sie Geld sparen können, hängt zwar von den individuellen Lebensumständen ab, jedoch gibt es einige grundsätzliche Vor- und Nachteile bei verschiedenen Zusatzfunktionen. Die häufigsten Leistungen, die optional zum Hausnotruf zugebucht werden können haben wir für Sie erklärt:

Ortungsfunktion

Bei mobilen Hausnotrufen gibt es oft die Möglichkeit eine Ortungsfunktion via GPS zuzubuchen. Dabei handelt es sich nicht um eine dauerhafte Überwachung, sondern die Möglichkeit bei einem Notfall den Standort direkt mitzuteilen. Besonders bei Spaziergängen oder Ausflügen kann diese Funktionen sehr nützlich sein. Vor allem, wenn der Nutzer des Hausnotrufs an Demenz leidet und dazu neigt sich zu verirren, lohnt sich eine Ortungsfunktion.

Sturzsensor

Stürze sind eine der häufigsten Ursachen für die Betätigung eines Hausnotrufs. Deshalb liegt es grundsätzlich nahe eine Sturzerkennung in die Geräte zu integrieren.

Diese Funktion ist jedoch nur selten empfehlenswert. Problem ist in der Regel die zuverlässige Erkennung von Stürzen bzw. die hohe Quote an Fehlalarmen. Hinzukommt, dass diese Funktion meistens einen recht hohen Aufpreis kostet.

Tagestaste

Eine der bekanntesten Zusatzfunktionen bei Hausnotrufen ist die sogenannte Tagestaste. Bei diesem Service muss einmal täglich der Notrufknopf betätigt werden, um zu signalisieren, dass es dem Nutzer gut geht.

Fast alle Hersteller bieten eine Tagestaste an und in der Regel sind die zusätzlichen Kosten überschaubar. Wenn aufgrund der Krankenhistorie mit einem gesundheitlichen Notfall gerechnet werden muss, bei dem kein Notruf mehr abgesetzt werden kann, ist diese Funktion absolut empfehlenswert.

Alltagsassistenz

Einige Hausnotrufsysteme bieten die Möglichkeit optional eine Alltagsassistenz zuzubuchen. Hierbei handelt es sich um die Möglichkeit auch Anfragen abseits eines Notrufs an die Zentrale zu richten. Das kann beispielsweise das Suchen von Adressen in der Nähe sein (Arzt, Apotheke, Taxidienst) oder aber auch die Hilfe bei Alltagsproblemen.

Diese Funktion ist vor allem nützlich, wenn Angehörige nicht in der Nähe leben und beruflich stark eingebunden sind. Ob sich dieser Service lohnt muss dabei nach individuellen Vorlieben entschieden werden.

Schlüsseltresor

Im Notfall kann es auf jede Sekunde ankommen. Wertvolle Zeit lässt sich gewinnen, wenn die eintreffenden Helfer direkt Zugang zur Wohnung haben. Dieses Problem lässt sich über einen Schlüsseltresor lösen, der bei vielen Anbietern zugebucht werden kann. Hierbei wird der Schlüssel zur Wohnung oder zum Haus in einem Tresor hinterlegt. Im Notfall gibt es einen Zahlencode, der beim Anbieter hinterlegt ist und den Rettungskräften mitgeteilt wird, um an den Schlüssel zu gelangen.

Ob sich diese Funktion lohnt, hängt hier von der individuellen Situation und der medizinischen Vorgeschichte ab. Grundsätzlich ist ein Schlüsseltresor aber auch für den alltäglichen Gebrauch in vielen Fällen nützlich.


Welche Anbieter nutzen welches Hausnotrufsystem


Inzwischen gibt es eine große Auswahl an Unternehmen, die Hausnotrufsysteme anbieten. Die Unterschiede liegen dabei sowohl in der Trägerschaft als auch in der verwendeten Technik.

Grundsätzlich wird dabei zwischen kirchlichen / sozialen Trägern und privatwirtschaftlichen Notruflösungen unterschieden. Welcher Anbieter letztlich der richtige für Ihre individuellen Anforderungen ist, sollte jedoch nicht von der Trägerschaft abhängig gemacht werden. Wichtiger ist hier, welche Hausnotruflösung für den eigenen Alltag bzw. den Alltag des Angehörigen geeignet ist. Ob der Hersteller privatwirtschaftlich oder sozial ist, spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle.

Grundsätzlich empfiehlt es sich auf eine Lösung zu setzen, die über das Mobilfunknetz kommuniziert. Hier haben Sie die größte Flexibilität und können den Notruf auch unterwegs nutzen.


Preisvergleich beim Hausnotruf lohnt sich


Da das Angebot an Hausnotrufsysteme groß ist, empfiehlt es sich verschiedene Geräte zu vergleichen. Auch wenn sich viele Funktionen ähneln, kann der Preis stark variieren.
Zwar übernimmt die Pflegekasse bis zu 23 Euro monatlich, je nach Funktionsumfang wird jedoch oft eine Zuzahlung verlangt.

Achten Sie beim Preisvergleich auch auf die Kündigungsfristen. Einige Notrufsysteme sind nur jährlich kündbar und können damit am Ende teurer kommen als ein geringfügig preisintensiveres Gerät, welches bspw. nur eine monatliche Bindung besitzt.