Badumbau wurde durch Pflegestufe bezuschusst

Gerade der altersgerechte oder barrierefreie Badumbau ist ein sehr wichtiger Aspekt bei der Pflege Zuhause. Egal welchem Pflegegrad (ehemals Pflegestufe) man angehört, ist das Badezimmer ein wichtiger Ort, an dem es jedoch immer wieder zu Stürzen kommt. Die Folgen sind dann oft fatal.

Ein Umbau des Badezimmers ist dann bei zunehmenden Einschränkungen der Mobilität eine sinnvolle Maßnahme, um auch im hohen Alter noch Zuhause leben zu können. Damit sind Sie auch auf steigenden Pflegebedarf vorbereitet und erleichtern Angehörigen und Pflegekräften die Unterstützung. Doch die Kosten für solche Eingriffe in den Wohnraum sind nicht zu unterschätzen. Besonders bei umfangreichen Baumaßnahmen summieren sich die Kosten schnell auf mehrere tausend Euro.

Um diese finanzielle Belastung abzumildern, stellen die Pflegekassen bei anerkannter Pflegestufe einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro zur Verfügung. Wie Sie diesen erhalten und worauf Sie beim Antrag achten müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag.


 


Pflegestufe ist Voraussetzung für Zuschuss zum Badumbau

Bei zunehmenden Einschränkungen im Alltag und Hilfsbedarf ist ein Badumbau eine der wichtigsten Maßnahmen um die Pflege Zuhause zu ermöglichen. Die Pflegeversicherung ist in diesem Fall der erste Ansprechpartner. Ist bereits eine Pflegestufe festgestellt worden, besteht Anspruch auf Unterstützung für diese Umbaumaßnahmen. Die entsprechende Leistung nennt sich „wohnumfeldverbessernde Maßnahme“ und beinhaltet eine Förderung von bis zu 4.000 Euro pro Umbau.
Ist noch keine Einstufung in eine Pflegestufe (inzwischen als Pflegegrad bezeichnet) erfolgt, sollte diese bei Vorliegen der Voraussetzung umgehend beantragt werden. Hierzu reicht ein formloses Schreiben oder ein Anruf bei der entsprechenden Krankenkasse, der die Pflegeversicherung angeschlossen ist.

 

Zuschuss auf bis zu 16.000 Euro erhöhen

Immer häufiger leben pflegebedürftige Senioren auch in Wohngemeinschaften zusammen. Hier ist der Zuschuss für einen Badumbau gleich mehrfach möglich. Maximal vier Personen mit Pflegegrad können so die Fördersumme gemeinschaftlich nutzen und so bis zu 16.000 Euro pro Umbau erhalten. Die Möglichkeit den Förderbetrag zusammen zu legen besteht auch bei anderen altersgerechten Maßnahmen.

 


Badumbau auch in Mietwohnung möglich

Auch Menschen, die in einer Mietwohnung leben haben die Möglichkeit einen Zuschuss der Pflegeversicherung zu erhalten.
Allerdings müssen Sie bei fremdem Eigentum erst den Vermieter um Erlaubnis fragen. Vor allem bei größeren Baumaßnahmen, bei denen die Bausubstanz des Gebäudes verändert wird, brauchen Sie die Genehmigung des Eigentümers. Eine Ablehnung ist jedoch nur mit einer entsprechenden Begründung möglich. Allerdings kann dieser verlangen, dass bei Auszug ein Rückbau stattfinden muss. Im Einzelfall kann dies sehr teuer werden. In dieser Situation sollte überlegt werden, ob nicht ein Umzug dann die sinnvollere Alternative ist. Dieser kann ebenfalls von der Pflegeversicherung bezuschusst werden, wenn ein Pflegegrad vorliegt.

Setzen Sie sich daher am besten frühzeitig mit Ihrem Vermieter zusammen und besprechen Sie die Situation. Weisen Sie auch darauf hin, dass eine altersgerechte Wohnung den Wert der Immobilie steigert. Der Eigentümer kann im Nachhinein den Wohnraum sogar speziell für Pflegebedürftige deklarieren. Das kann gerade in einem Land wie Deutschland, wo das Durchschnittsalter steigt, ein Vorteil sein.
 


Welche Umbauten sind für die Pflegestufen sinnvoll?

Ziel eines Badumbaus ist immer die problemlose Nutzung durch die pflegebedürftige Person bzw. deren Angehörige und Pflegekräfte. Das bedeutet, dass die Planung direkt auf die Bewohner und deren Bedürfnisse ausgerichtet sein sollte. Die konkret notwendigen Umbaumaßnahmen unterscheiden sich daher je nach Situation.

Während in einigen Fällen ist beispielsweiße die Montage von Haltegriffen eine ausreichende Maßnahme, andere Pflegebedürftige benötigen dagegen umfangreichere Umbauten wie eine ebenerdige Dusche. Auch persönliche Wünsche können dabei berücksichtigt werden. Wird zum Beispiel ein Vollbad gegenüber der Dusche bevorzugt, ist eine Badewannentür möglicherweise besser geeignet als ein Umbau von der Wanne zur Dusche.

Daneben sind auch die Kosten sehr unterschiedlich und können schnell die 4.000 Euro Zuschuss übersteigen, die von der Pflegekasse gewährt werden. Deshalb ist es sinnvoll zunächst die notwendigsten Anpassungen zu planen und erst im Anschluss über zusätzliche Maßnahmen nachzudenken.


Wie wird der Antrag für den Badumbau gestellt?

Um den Zuschuss von der Pflegekasse zu erhalten, ist ein formloses Schreiben ausreichend. Dies sollte Daten zum Pflegegrad und eine Auflistung der Baumaßnahmen beinhalten. Idealerweise haben Sie bereits im Vorfeld eine Empfehlung des MDK bzw. der Medicproof eingeholt und können diese beilegen. Außerdem sollte unbedingt ein Kostenvoranschlag für den Umbau beigelegt werden.

Erst nachdem die Pflegekasse den Antrag genehmigt hat, sollten die Bauarbeiten beginnen.


Wie kann ein Badumbau ohne Pflegestufe finanziert werden?

Auch Menschen ohne Pflegestufe können einen Zuschuss für den altersgerechten Umbau des Badezimmers erhalten. Hier kommen Förderungsgeber wie die Kreditbank für Wiederaufbau (KfW) oder diverse Stiftungen und kommunale Programme in Frage.
Diese Förderungen können außerdem eine gute Alternative sein, wenn dem Antrag bei der Pflegekasse nicht statt gegeben wird.

Besonders wichtig ist das Programm der KfW. Diese verfügt über ein staatliches Programm, um Sie bei der Ausstattung von Innenräumen finanziell zu unterstützen und so altersgerechten Wohnraum zu schaffen. Die Höhe des Zuschusses wird allerdings anders berechnet. Im Regelfall wird ein Zuschuss von 10% der Baukosten getragen. Gedeckelt ist der Betrag jedoch auf 5.000 Euro.

Eine andere Möglichkeit sind Förderungen von der Rentenversicherung oder der Agentur für Arbeit. Allerdings hängt hier die Höhe des Zuschusses von Ihrem Einkommen ab.
Unter bestimmten Bedingungen gewähren auch Stiftungen eine Unterstützung zum Badumbau. Die einzelnen Bundesländer haben zusätzlich unterschiedliche Programme zur Förderung von altersgerechtem Wohnraum. Auch manche Kommunen bieten Unterstützung an. Dazu fragen Sie am besten bei Ihrer jeweiligen Verwaltung nach.

Egal bei welcher Institution Sie einen Zuschuss beantragen möchten, zunächst sollte ein unverbindliches Angebot eingeholt werden. Dieses erhalten Sie vollkommen unkompliziert über folgenden Button: