Seniorin kann ins Bad steigen dank eines Badewannenlifts

Für viele Menschen gilt ein ausgiebiges Bad als Sinnbild der Entspannung. Daran ändert sich grundsätzlich auch im Alter oder bei Eintritt von Pflegebedürftigkeit wenig.

Lässt die Mobilität im Alter nach, wird die Badewanne jedoch oft zum unüberwindbaren Hindernis. Ist ein behindertengerechter Badumbau dann aus verschiedenen Gründen nicht möglich, kann ein Badewannenlift Abhilfe schaffen.
 


 


Badewanneneinstieg häufig Ursache für Stürze

Ein Bad ist nicht nur Mittel der Körperpflege, sondern dient auch der Ruhe und Erholung. Darauf möchten die meisten Menschen auch bei Pflegebedürftigkeit oder nach einer Krankenhausbehandlung nicht verzichten.

Doch die Sturzgefahr ist durch den hohen Einstieg und die nassen Oberflächen groß. Wenn die körperlichen Einschränkungen nur vorübergehend sind oder ein Umbau des Badezimmers nicht möglich ist, bietet sich der Einbau eines Badewannenlifts an.

Bei einem Badewannenlift hebt ein Stuhl, Sitzkissen oder Tuch die Person in die Badewanne und wieder heraus. Die Konstruktionen unterscheiden sich dabei teils deutlich voneinander.


Verschiedene Typen von Badewannenlift möglich

Auf dem Markt existieren drei verschiedene Varianten von Liften für die Badewanne. Der größte Unterschied liegt dabei in der Hebetechnik und dem verwendeten Material. Es gibt Badewannenlifte mit einem fest montierten Stuhl, Modelle, die über ein Luftkissen funktionieren und solche die mithilfe eines Tuchs die Person anheben.

Die zentralen Unterschiede zwischen den Badelift-Typen:

Unterschiedliche Modelle, erfüllen verschiedene Zwecke. Dementsprechend sollten Sie sich vor der Anschaffung klar sein, welches Budget eingeplant, wie viel Platz in Ihrem Badezimmer vorhanden ist und welches Gewicht der Badewannenlift tragen soll.

Klassischer Badewannenlift

Nach wie vor ist der klassische Badewannenlift am weitesten verbreitet. Dabei handelt es sich um einen heb- und senkbaren Stuhl, welche über eine Bodenplatte am Wannenboden befestigt ist. Aufwendigere Varianten können den Stuhl sogar über den Wannenrand heben und sind für Rollstuhlfahrer besonders geeignet. Je nach Modell wird der Lift elektrisch oder über eine Kurbel betrieben.

Durchschnittliche Kosten: 300 bis 1.000 Euro

Badewannenlift mit Hebetuch

Ebenfalls weit verbreitet sind sogenannte Tuchlifte. Dieser besteht aus einem robusten Tuch, das sich von einer Seite der Badewanne zur anderen spannt und sich per Knopfdruck auf- und wieder einrollt. Wird das Tuch aufgerollt senkt sich der Lift und die pflegebedürftige Person kann in die Badewanne gelassen werden. Diese Lösung lässt sich relativ einfach montieren und kann gut wieder entfernt werden. Damit eignet sich ein Tuchlift für die Badewanne auch bei vorübergehender Nutzung oder in Mietwohnungen.

Durchschnittliche Kosten: 1.000 bis 1.500 Euro

Luftkissenlift

Immer beliebter werden Luftkissenlifte, sogenannte Badekissen. Die Lösung ist technisch recht simpel: ein Luftkissen wird über einen Kompressor befüllt und zum Absenken wieder entleert. Besonders für den mobilen Einsatz eignen sich Badekissen sehr gut, da sie vollständig faltbar und sehr leicht sind.

Durchschnittliche Kosten: 800 bis 1.200 Euro

 


 

Die Vor- und Nachteile eines Badewannenlifts

Durch den Einbau eines Badewannenlifts kann die Pflege zu Hause deutlich erleichtert werden. Die Vorteile eines Badewannenlifts liegen dabei klar auf der Hand: Die Kosten sind gering, der Einbauaufwand bei allen Varianten überschaubar und die bestehende Badewanne kann erhalten bleiben. Dennoch haben Badewannenlifte auch einige entscheidende Nachteile und eignen sich eher als temporäre Lösung bzw. wenn das Budget knapp ist.

Alle Varianten haben gemein, dass Sie grundsätzlich noch eine gewisse Mobilität der pflegbedürftigen Person erfordern, oder ein zusätzlicher Patientenlifter benötigt wird. Auch unter praktischen Aspekten kann ein Badewannenlift in der Regel nicht punkten, da die meisten Modelle recht groß und schwer sind. Selbst ein kompaktes Badekissen muss verstaut werden.

Für eine dauerhafte Lösung sollte das Badezimmer jedoch behindertengerecht umgebaut werden. Hierfür werden von der Pflegeversicherung hohe Zuschüsse gezahlt, um bspw. eine Badewannentür oder barrierefreie Dusche einzubauen.

Wer trägt die Kosten für einen Badwannenlift?

Ein Badewannenlift ist zwar deutlich günstiger als ein barrierefreier Badumbau, dennoch sollte mit mindestens 400 Euro inklusive allem Zubehör gerechnet werden. Abhängig von der Situation kann entweder die Krankenversicherung oder die Pflegekasse den Kauf eines Badewannenlifts bezuschussen.

Bei vorliegendem Pflegegrad kann der Lift als „wohnumfeldverbessernde Maßnahme“ mit bis zu 4.000 Euro von der Pflegeversicherung gefördert. Bei Menschen ohne Pflegegrad kann eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfolgen. Hierfür benötigt es allerdings dann eine Hilfsmittelverordnung des Arztes.

Wer die vorhandenen Förderungsmöglichkeiten nutzt, kann einen Badewannenlift daher nahezu kostenlos erhalten. Lediglich sehr teure und aufwendige Lift-Systeme lassen sich meist nicht vollständig über Förderungen finanzieren.