Familie sucht Unterstützungspflege zur Überbrückung

Nach Operationen, schweren Erkrankungen, zur Suche eines Pflegeheimplatzes oder nach Krankenhausaufenthalten kann eine vorübergehende Pflege und Haushaltshilfe notwendig sein, um alles Weitere zu organisieren oder entsprechende Hilfsangebote zu suchen. In diesem Fall spricht man von einer sogenannten Übergangspflege bzw. Unterstützungspflege. Seit den Pflegereformen 2016 & 2018 ist es möglich, dass diese Leistungen von der Krankenkasse übernommen werden, auch ohne Pflegegrad. Für diese Übergangspflege ist dann in der Regel eine Verordnung des Arztes notwendig. Die Unterstützungspflege muss dann auf Basis der Verordnung von der Krankenkasse genehmigt werden.


Wann steht mir eine Unterstützungspflege zu?


Die Unterstützungspflege (bzw. Übergangspflege) kann grundsätzlich in verschiedenen Situationen in Anspruch genommen werden. Eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist jedoch nur auf ärztliche Verordnung möglich. Hierfür muss ein medizinischer Grund vorliegen und eine Genehmigung der Kasse eingeholt werden. Daneben gibt es zahlreiche andere Situationen, in denen eine übergangsweiße Pflege benötigt wird. In vielen Fällen wird eine Übergangspflege für die Zeit bis zum Einzug in ein Pflegeheim genutzt. In dieser Situation übernimmt eine Pflegekraft die Versorgung des Angehörigen, während sich die Familie vollumfänglich auf die Suche nach einem geeigneten Pflege- oder Altenheimplatz konzentrieren kann.


Wie lange kann ich Übergangs- bzw. Unterstützungspflege in Anspruch nehmen?


Grundsätzlich ist die Unterstützungspflege auf die Höchstdauer von vier Wochen begrenzt. Es gibt jedoch einige Ausnahmen. So kann auf Empfehlung des MDK auch eine Ausnahmegenehmigung erteilt und die Dauer weiter verlängert werden. Einen Sonderfall stellen Kinder im Haushalt des Patienten dar. Sind diese zum Zeitpunkt der Antragsstellung unter 12 Jahren alt oder selbst hilfsbedürftig, kann die Übergangspflege sogar auf bis zu 26 Wochen ausgeweitet werden.


Welche Leistungen fallen unter Unterstützungs- bzw. Übergangspflege?


Die Übergangspflege gliedert sich in 3 zentrale Bereiche.
Der erste Bereich ist die Grundpflege. Hier geht es um die Unterstützung bei der Körperpflege, beim Anziehen oder auch bei der Mobilität und dem Lagern, insbesondere bei bettlägerigen Patienten.

Ein weiterer Bereich ist die hauswirtschaftliche Versorgung. Hierunter fällt zum einen das Einkaufen von Lebensmitteln und Haushaltsartikeln, zum anderen aber auch die Zubereitung von Speisen. Daneben sorgt die Unterstützungspflege in diesem Bereich auch für die Reinigung des Wohnbereichs.

Der letzte Aspekt ist Behandlungspflege. Hierfür dürfen ausschließlich ausgebildete Pflegekräfte zum Einsatz kommen, da diese Maßnahmen Fachwissen und medizinische Kenntnisse erfordern. Dazu zählt beispielsweiße die Wundversorgung, das Geben von Spritzen aber auch das Anziehen von Kompressionsstümpfen.

Abhängig von der konkreten Situation müssen jedoch nicht alle Bereiche bedient werden.


Wie kann die Unterstützungspflege konkret aussehen?


Häufig wird die Übergangspflege mithilfe von 24-Stunden-Pflegekräften realisiert. Diese übernehmen die Bereiche Hauswirtschaft und Grundpflege und kümmern sich um ein lebenswertes Umfeld für den Betroffenen und die Familie. Diese Entlastung kann dann für ggf. weitere Maßnahmen genutzt werden oder auch als Probephase dienen ob ein Heimaufenthalt gewünscht ist, oder die Versorgung dauerhaft Zuhause erfolgen soll. Lediglich für die Behandlungspflege muss dann aus rechtlichen Gründen der ambulante Pflegedienst hinzugezogen werden. Auf diesem Weg lässt sich eine umfangreiche Versorgung gewährleisten ohne Angehörige zu überlasten.