Pflegegeld: Voraussetzungen, Höhe & Beantragung

Pflegegeldtabelle

Wenn pflegebedürftige Personen zu Hause betreut werden, steht ihnen Pflegegeld aus der Pflegekasse zu. Die monatlichen Beträge hängen vom Pflegegrad ab und sollen sicherstellen, dass alle notwendigen Pflegemaßnahmen von den pflegenden Angehörigen zu Hause durchgeführt werden können. Das Pflegegeld kann dazu dienen, teilweise Verdienstausfälle der Pflegenden auszugleichen oder ehrenamtliche Pflegeleistungen zu honorieren. Die Gelder können vom Pflegebedürftigen nach eigenem Ermessen verwendet werden, da sie nicht zweckgebunden sind. Die folgenden Abschnitte befassen sich genauer mit den Ansprüchen auf Pflegegeld, der Höhe der Leistungen und den zusätzlichen Regelungen.


Ansprüche und Definition

Ob Pflegebedürftige und Sie als ihr Angehöriger Anspruch auf Pflegegeld geltend machen können, hängt von zwei Faktoren ab. Zunächst muss der oder die Pflegebedürftige einem der gesetzlichen Pflegegrade von 1 bis 5 zugeordnet werden. Die Einstufung in einen Pflegegrad ist entscheidend, bevor ein Antrag auf Pflegegeld gestellt werden kann.

Pflegebedürftige in Deutschland nach Pflegegrad 2021

Pflegegrad 1 13%
Pflegegrad 2 41%
Pflegegrad 3 29%
Pflegegrad 4 12%
Pflegegrad 5 5%

Die Organisation und der Ort der Pflege sind ebenfalls ausschlaggebend für den Anspruch auf Pflegegeld. Pflegegeld wird nur gezahlt, wenn Ihr Angehöriger zu Hause gepflegt und zumindest teilweise von Ihnen betreut wird.

Definition

Pflegegeld ist eine finanzielle Unterstützung für die häusliche Pflege durch Angehörige oder nahestehende Personen. Es wird abhängig vom Pflegegrad direkt an die pflegebedürftige Person von der Pflegekasse gezahlt. Der Pflegebedürftige kann diesen Zuschuss frei verwenden, meist um die pflegende Person zu entlohnen. Es dient als Aufwandsentschädigung für die Pflegetätigkeit zu Hause.
 

Zudem dürfen gleichzeitig nicht alle Pflegeleistungen ausgeschöpft werden. Im Unterschied zu Pflegesachleistungen, die von ambulanten Pflegediensten erbracht werden, wird Pflegegeld direkt an Pflegepersonen gezahlt.
Falls die Pflegesachleistungen nicht vollständig abgerufen werden, besteht dennoch ein anteiliger Anspruch auf Pflegegeld. Dies erfordert eine Kombipflege, um das Pflegegeld nutzen zu können. Des Weiteren hat die Inanspruchnahme von Tages- oder Nachtpflege keinen Einfluss auf die Höhe des Pflegegeldes.

Um die genaue Einstufung und die damit verbundenen Ansprüche besser zu verstehen, sollten Sie sich an geeigneten Beratungsstellen für Pflege informieren.

Es ist wichtig, sich über die individuelle Situation und die damit verbundenen Ansprüche umfassend zu informieren, um die bestmögliche Pflege für Ihren Angehörigen zu gewährleisten.


Die Höhe der Leistungen

Die Pflegereform von 2017 hat grundlegende Veränderungen in Bezug auf die Pflegeleistungen für Pflegebedürftige mit sich gebracht. Mit der Einführung des neuen Pflegegradesystems richtet sich das Pflegegeld seit dem Jahr 2018 nach dem Pflegegrad des Betroffenen. Die Zuweisung in die Pflegegrade 1 bis 5 ersetzt somit die frühere Einstufung in Pflegestufen und bedeutet in den meisten Fällen eine spürbare Verbesserung der finanziellen Unterstützung für Betroffene. Zudem haben nun auch Personen, die aufgrund ausschließlich geistiger Einschränkungen bisher keinen Pflegegrad zugeordnet bekamen, Anspruch auf Pflegegeld. Die Auszahlung des Pflegegeldes erfolgt grundsätzlich monatlich.

Pflegegeld

Pflegegrad Pflegegeld pro Monat
Pflegegrad 1 -
Pflegegrad 2 332 Euro
Pflegegrad 3 573 Euro
Pflegegrad 4 764 Euro
Pflegegrad 5 946 Euro

Für Pflegebedürftige, die dem Pflegegrad 1 zugeordnet wurden, werden bis zu 125 Euro gezahlt. Diese Leistungen müssen jedoch für erbrachte Leistungen von staatlich geprüften Kräften verwendet werden und können beispielsweise nicht zur Bezahlung einer 24-Stunden-Pflegekraft aus dem Ausland genutzt werden.


Voraussetzungen

Bevor Sie den Antrag stellen, sollten Sie sich über die Voraussetzungen informieren. Diese sind gesetzlich festgelegt und dienen dazu, sicherzustellen, dass die Leistung denjenigen zugutekommt, die sie am dringendsten benötigen. Jedes Bundesland hat unterschiedliche Regelungen, daher ist es wichtig, dass Sie die genauen Anforderungen für den Bezug von Pflegegeld kennen. Informieren Sie sich daher im Vorfeld, welche Dokumente eingereicht werden müssen und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Im folgenden finden Sie allgemeingültige Voraussetzungen:

Pflegebedürftigkeit und Pflegegrad

Zentral für den Anspruch auf Pflegegeld ist der Nachweis der Pflegebedürftigkeit. Diese wird anhand eines Pflegegrades bewertet, der durch eine Begutachtung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) oder anderer zugelassener Gutachter festgestellt wird. Es gibt fünf Pflegegrade, die den Grad der Selbstständigkeit und die Unterstützungsbedürftigkeit der Person widerspiegeln. Pflegegeld wird ab Pflegegrad 2 gewährt.

Häusliche Pflege

Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Pflege zu Hause durchgeführt wird. Das Pflegegeld ist dafür vorgesehen, pflegende Angehörige oder andere nicht professionelle Pflegepersonen finanziell zu unterstützen. Es soll dazu beitragen, die Pflege im häuslichen Umfeld zu erleichtern und die pflegebedürftige Person in ihrer vertrauten Umgebung zu belassen.

Regelmäßige Beratungsbesuche

Um sicherzustellen, dass die Pflegequalität zu Hause den Anforderungen entspricht, sind regelmäßige Beratungsbesuche durch einen zugelassenen Pflegedienst erforderlich. Diese Besuche sind für den Erhalt des Pflegegeldes obligatorisch und dienen der Beratung und Unterstützung der pflegenden Personen. Die Häufigkeit dieser Beratungsbesuche hängt vom Pflegegrad ab.

Zusammenarbeit mit der Pflegekasse

Die Zusammenarbeit mit der Pflegekasse ist ein wesentlicher Bestandteil für den Erhalt des Pflegegeldes. Dazu gehört die Einreichung des Antrags, das Bereitstellen aller erforderlichen Unterlagen und Informationen sowie die Einhaltung der von der Pflegekasse festgelegten Fristen und Bedingungen.

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Pflegegeld beantragen

Nachdem Sie sich über die Voraussetzungen informiert haben, können Sie den Antrag für das Pflegegeld stellen.

Wer stellt den Antrag?

Die Beantragung von Pflegegeld steht allen Personen offen, die pflegebedürftig sind und zu Hause gepflegt werden. Der Antrag kann entweder von der pflegebedürftigen Person selbst oder, falls dies nicht möglich ist, von einem gesetzlichen Vertreter oder einer Vertrauensperson gestellt werden. Wichtig ist, dass die pflegebedürftige Person eine offizielle Anerkennung ihrer Pflegebedürftigkeit durch die Pflegekasse hat, was durch einen Pflegegrad ausgedrückt wird.

Wann wird der Antrag gestellt?

Der Antrag auf Pflegegeld muss bei der Pflegekasse der Krankenkasse gestellt werden, bei der die pflegebedürftige Person versichert ist. Dies kann entweder schriftlich, telefonisch oder online erfolgen. Es ist empfehlenswert, sich vorab bei der zuständigen Pflegekasse über die spezifischen Anforderungen und den Ablauf der Antragstellung zu informieren.

Wo wird der Antrag gestellt?

Es gibt keinen spezifischen Zeitpunkt für die Antragstellung, aber es ist ratsam, dies so bald wie möglich nach Feststellung der Pflegebedürftigkeit zu tun. Sobald ein Pflegegrad offiziell festgestellt wird, kann der Antrag auf Pflegegeld eingereicht werden. Die Leistungen werden in der Regel ab dem Monat der Antragstellung gewährt, weshalb eine zeitnahe Antragstellung finanzielle Nachteile vermeiden kann.

Wie wird der Antrag gestellt?

Um Pflegegeld zu beantragen, muss ein formeller Antrag bei der zuständigen Pflegekasse eingereicht werden. Dieser Antrag kann entweder in Papierform oder, in manchen Fällen, online erfolgen. Nachdem der Antrag eingegangen ist, wird ein Termin für eine Pflegebegutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder einen anderen zugelassenen Gutachter festgelegt. Das Ergebnis dieser Begutachtung bestimmt den Pflegegrad und somit auch die Höhe des Pflegegeldes. Es ist wichtig, alle erforderlichen Unterlagen und Informationen bereitzustellen, um den Prozess zu beschleunigen und sicherzustellen, dass alle Bedürfnisse adäquat erfasst werden.

Auf den Bescheid warten

Nachdem Sie den Antrag eingereicht haben, müssen Sie auf den Bescheid Ihrer Pflegekasse warten. Dieser gibt Auskunft darüber, ob und in welcher Höhe Ihnen Pflegegeld zusteht. Die Bearbeitungsdauer kann dabei je nach Kasse variieren. Sollte Ihr Antrag abgelehnt werden, haben Sie die Möglichkeit, dagegen Einspruch einzulegen.

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Zusatzregelungen rund um das Pflegegeld

Kombinationsleistun aus Pflegegeld und Sachleistungen

Pflegesachleistungen sind eine alternative Form der Unterstützung zu Pflegegeld und richten sich an Personen, die professionelle Pflegedienste in Anspruch nehmen. Diese Leistungen werden direkt zwischen der Pflegekasse und dem Pflegedienst abgerechnet und decken Dienstleistungen wie körperbezogene Pflegemaßnahmen, pflegerische Betreuung oder hauswirtschaftliche Hilfe ab. Viele Betroffene entscheiden sich für eine Kombination aus Pflegesachleistungen und Pflegegeld, um eine größtmögliche Flexibilität in der Gestaltung der Pflege zu erreichen. Dies ermöglicht es, sowohl professionelle Pflegedienste in Anspruch zu nehmen als auch die Pflege durch Angehörige oder andere private Pflegepersonen zu ergänzen.
Die Höhe der kombinierten Leistungen richtet sich nach dem festgestellten Pflegegrad. Das Pflegegeld wird anteilig gekürzt, wenn gleichzeitig Pflegesachleistungen in Anspruch genommen werden. Die genaue Berechnung und Aufteilung der Leistungen erfolgt in Absprache mit der Pflegekasse, wobei der individuelle Bedarf und die gewählten Pflegeoptionen berücksichtigt werden.

Zusätzliche Gelder für Pflegehilfsmittel

Bei der Betreuung von Pflegebedürftigen besteht die Möglichkeit, zusätzliche Geldleistungen zu beantragen. Unabhängig vom Pflegegrad haben pflegebedürftige Menschen einen monatlichen Anspruch auf 40 Euro für Pflegehilfsmittel, die für die häusliche Pflege notwendig sind. Dazu zählen beispielsweise Desinfektionsmittel oder Handschuhe. Dies soll dazu beitragen, den Pflegealltag zu erleichtern und die Pflegebedürftigen sowie Pflegepersonen zu entlasten.

Regelungen bei Krankenhaus- oder Rehabilitationsmaßnahmen sowie Auslandsaufenthalten

Während Krankenhaus- oder Rehabilitationsmaßnahmen sowie Auslandsaufenthalten gelten spezielle Regelungen für die Fortzahlung des Pflegegeldes. Im Falle eines Krankenhausaufenthalts wird das Pflegegeld für einen Zeitraum von 4 Wochen weitergezahlt. Dies dient dazu, die finanzielle Situation während dieser Zeit zu stabilisieren. Bei Rehabilitationsmaßnahmen ist zu beachten, dass das Pflegegeld ebenfalls für 4 Wochen weitergezahlt wird. Im Falle von Auslandsaufenthalten wird das Pflegegeld für eine Dauer von 6 Wochen pro Kalenderjahr fortgezahlt. Auch hier soll die finanzielle Unterstützung gewährleistet werden, wenn sich der Pflegebedürftige im Ausland aufhält.