Stundenweise Betreuung für Senioren – was sie leistet, wie viel sie kostet

Pflegekraft deckt Patienten zu

Kochen, waschen und den Haushalt in Ordnung halten, dazu die Einkäufe und weitere Termine und Erledigungen: Was jahrzehntelang leicht von der Hand ging, kann für Senioren ab einem gewissen Zeitpunkt zur Belastung werden – gerade dann, wenn körperliche Probleme oder Krankheiten den Alltag erschweren oder eine Pflegebedürftigkeit hinzukommt.

Auch für Angehörige kann der Aufwand der Versorgung eines zweiten Haushalts und eines hilfsbedürftigen Verwandten irgendwann zu viel werden – und manchmal ist er, schon wegen der sonstigen Verpflichtungen mit Kindern, Familie oder Beruf, ohne Unterstützung von außen einfach nicht mehr zu bewältigen.

In solchen Fällen kann eine stundenweise Betreuung die Situation erleichtern und Betroffene wie Angehörige entlasten. Doch: Was genau umfasst eine solche Betreuung überhaupt? Welche Leistungen können übernommen werden? Wo liegen die Kosten? Und: Ab welchem Punkt ist die Betreuung stundenweise eher nicht mehr ausreichend?


Stundenweise Seniorenbetreuung: Was sie leistet

Das Gute am Konzept der stundenweisen Betreuung: Sie ist flexibel. Will heißen: In welchen Bereichen und wie umfangreich jemand betreut wird, kann in der Regel sehr individuell bestimmt werden.
Grundsätzlich passend ist die stundenweise Betreuung üblicherweise in Situationen, wo Betroffene noch weite Teile des Alltags allein bewältigen können und nur für eher kurze Zeiträume ergänzend Hilfe nötig ist – sei es für eine Stunde in der Woche oder mehrere pro Tag. In einem solchen Fall kommt die Betreuung für ein vereinbartes Zeitfenster, um dort zu helfen, wo es gewünscht ist.
Ganz konkret werden die Helfer bei Bedarf etwa tätig bei Arbeiten im Haushalt, wie beim Fensterputzen, Einkäufen, bei der Zubereitung von Mahlzeiten oder der Erledigung der Wäsche. Auch bei Terminen außerhalb, wie etwa einem Arztbesuch oder dem Gang zur Post, können Betreuer unterstützen. Zusätzlich können sie, entsprechende Qualifikation vorausgesetzt, auch Hilfestellung bei der persönlichen Hygiene leisten – also etwa beim Toilettengang, dem Ankleiden oder der Zahnpflege.

Über diese Aufgaben als Alltagshelfer hinaus leisten Seniorenbetreuer aber Hilfe in einem weiteren, sehr zentralen Bereich: Denn nicht selten fehlt es Senioren schlicht und einfach an Gesellschaft, an Kontakten, einem Gesprächspartner.
Hier spielt die stundenweise Betreuung eine wichtige Rolle – sei es im Rahmen einer netten Unterhaltung, beim gemeinsamen Singen, Puzzeln oder Schachspielen. Auch Spaziergänge oder Ausflüge zählen zu den Leistungen, die bei einer stundenweisen Betreuung angeboten werden können. Sogar eine Reisebegleitung ist bei manchen Dienstleistern möglich.


Was kostet eine stundenweise Betreuung?

Doch mit welchen Kosten müssen Familien, die das Angebot einer stundenweisen Betreuung nutzen möchten, rechnen? Und: Welche finanziellen Hilfen oder Förderungen gibt es?
Naturgemäß können die Kosten für eine stundenweise Betreuung variieren: Zum einen existieren zahlreiche verschiedene Anbieter, zum anderen geht mit einem höheren zeitlichen Bedarf, natürlich auch mehr finanzieller Aufwand einher. Auch die Qualifikation des Betreuers kann mit ausschlaggebend sein – so etwa, wenn Sie jemanden benötigen, der sich speziell in der Betreuung von Demenzkranken auskennt. Und nicht zuletzt sind die Preise auch regional unterschiedlich, ebenso wie die Abrechnungsmodelle der Agenturen.
Viele berechnen dabei einen festen Preis pro Stunde, der ab etwa 15 Euro bis hin zu 35 Euro oder auch höher liegen kann. Anfahrtskosten, Organisationspauschalen oder Kosten für gemeinsam besuchte Veranstaltungen wie eine Theatervorstellung oder ein Konzert können hinzukommen.
Angeboten werden bisweilen auch Wochen- oder Monatspreise oder aber Pakete, bei denen eine bestimmte Stundenzahl und konkrete Leistungen gebündelt und dann pauschal abgerechnet werden.

Gerade bei höherem Stundenbedarf pro Tag können sich die Kosten also durchaus beträchtlich summieren, aber: In vielen Fällen muss der Preis nicht vollständig allein getragen werden.
Bereits ab Pflegegrad 1 können Betroffene etwa den sogenannten „Entlastungsbetrag“ in Höhe von bis zu 125 Euro pro Monat in Anspruch nehmen, der auch für die stundenweise Betreuung verwendet werden darf – vorausgesetzt natürlich, dass er nicht bereits für eine andere Leistung, wie etwa eine Kurzzeitpflege, beansprucht wird.
Ab Pflegegrad 2 kann eine professionelle stundenweise Betreuung zum Teil auch durch Gelder aus der „sogenannte Pflegesachleistung“ förderfähig sein, die sich mit steigendem Pflegegrad erhöht.
Im Rahmen von ehrenamtlichen Besuchsdiensten oder Nachbarschaftshilfe werden Leistungen wie etwa die Unterstützung bei Einkäufen und Erledigungen oder eine gemeinsame Freizeitgestaltung bisweilen auch kostenlos angeboten oder es werden nur Aufwand/Anfahrtskosten berechnet.


Einen passenden Anbieter für die stundenweise Betreuung finden

Wer sich auf die Suche nach dem passenden Dienstleister für die stundenweise Betreuung begibt, wird – gerade in größeren Städten – auf ein breit gefächertes Angebot stoßen. Die Anbieter stammen dabei aus unterschiedlichen Kategorien. So bieten ambulante Pflegedienste von kirchlichen/sozialen Verbänden wie Diakonie, Maltesern, DRK oder AWO nicht selten auch stundenweise Betreuung an, zusätzlich gibt es spezialisierte ambulante Betreuungsdienste. Darüber hinaus werden Sie neben lokal tätigen, selbstständigen Betreuern auch große Dienstleister finden, die überregional an mehreren Standorten organisiert sind.
Zu Letzteren zählen etwa die beiden Dienstleister „Homeinstead“, wobei der bereits seit 1994 etablierte Anbieter „Homeinstead“ mit allein 10.000 Betreuungskräften deutschlandweit vertreten ist und einen umfangreichen Leistungskatalog von Betreuung zu Hause über Verhinderungspflege bis Demenzbetreuung bietet.
Auch „Careship“ blickt inzwischen auf umfangreiche, mehrjährige Erfahrung in der Betreuung zurück und ist aktuell an zahlreichen Standorten in mehreren Bundesländern aktiv, so etwa in Berlin, Hamburg und Frankfurt. Bei „Careship“ werden ebenfalls zahlreiche individuelle Leistungen geboten – von der Grundpflege über Haushaltshilfe, Gesellschaft und Betreuung bis hin zur Reisebegleitung.

Generell ist es ratsam, vor der Auswahl eines Anbieters genau zu überlegen, welche Leistungen Sie beanspruchen möchten, und dann mehrere Angebote miteinander zu vergleichen. Achten sollten Sie bei der Auswahl – neben der reinen Kostenfrage – unter anderem darauf, wie gut beim jeweiligen Dienstleister ein Ansprechpartner erreichbar ist, wie die Mitarbeiter geschult werden und, ganz wichtig: ob Ihr Angehöriger und der Betreuer auch auf persönlicher Ebene gut miteinander auskommen.


Alternative bei höherem Betreuungsbedarf: die 24-Stunden-Pflege


Eine Alternative zur stundenweisen Betreuung kann eine Pflegekraft sein, die längerfristig in der Wohnung oder im Haus des Betroffenen lebt. Natürlich arbeiten Beschäftige auch in der sogenannten „24-Stunden-Pflege“ nicht durchgehend, sondern meist etwa 35 bis 40 Stunden pro Woche. Dennoch bieten sie dadurch, dass sie mit im Haushalt leben, die Sicherheit für Betroffene, dass meist jemand da ist – gerade nachts und in Notfällen. Natürlich müssen dafür auch die räumlichen Gegebenheiten passen, um eine solche Pflegekraft in einem eigenen Zimmer unterzubringen.
Ob sich in Ihrem Fall eher die eine oder die andere Lösung anbietet, ist vor allem eine Frage dessen, wie hoch der Betreuungsaufwand ist: Bei Senioren ohne oder mit nur leichtem Pflegegrad, die nur in einem begrenzten Umfang Unterstützung benötigen, oder in Familien, die sich nur für einige Stunden pro Tag oder Woche Hilfe wünschen, kann eine stundenweise Betreuung genau das Richtige sein.
Bei hohem Pflegeaufwand oder wenn eine zeitlich intensive Betreuung notwendig ist, wird eine stundenweise Betreuung dagegen häufig nicht mehr ausreichen.