24-Stunden-Pflegekraft überprüft Zeit anhand von Uhr

Pflegebedürftige Menschen benötigen häufig eine umfangreiche Betreuung, die schnell mehrere Stunden täglich erfordert. Wenn die Belastung zu groß wird, greifen viele Familien auf Unterstützung aus dem EU-Ausland zurück und nehmen das Angebot einer 24-Stunden-Pflege wahr.

Bei einer 24-Stunden-Pflege lebt die Betreuungskraft mit der pflegebedürftigen Person in einem Haushalt. Für viele Senioren ist diese Form der Betreuung der ideale Weg, trotz Pflegebedarf in den eigenen vier Wänden bleiben zu können.

Doch der Begriff „24-Stunden-Pflege“ ist irreführend, auch wenn sich diese Bezeichnung inzwischen etabliert hat. Häufig ist unklar wie die Arbeitszeit einer Pflegekraft aus Polen festgelegt sind und welche Grenzen das deutsche Arbeitsrecht setzt.

Betroffene Familien sind dann häufig verunsichert und es kommen unzählige Fragen auf:
Arbeitet eine 24-Stunden-Pflegekraft wirklich rund um die Uhr? Wie sind Pausen und Ruhezeiten geregelt? Und wann muss ein Freizeitausgleich gewährt werden?

Wir räumen mit einigen Mythen auf und klären, welche Punkte Sie beachten müssen, damit Ihre Betreuung die gesetzlichen Vorgaben erfüllt.



Arbeitet eine 24-Stunden-Pflegekraft wirklich rund um die Uhr?

Eine 24-Stunden-Pflege zeichnet sich dadurch aus, dass Pflegebedürftiger und Pflegekraft in einem Haushalt leben. Dadurch ist die Betreuerin oder der Betreuer in den meisten Fällen nahezu durchgehend vor Ort. Vor Allem in der Nacht für viele Patienten ein Segen, können sie nun endlich in guter Gewissheit nicht allein im Haus zu sein einschlafen.

Arbeitet eine 24-Stunden-Pflegekraft folglich den ganzen Tag?

Die Antwort lautet natürlich Nein. Der Name 24-Stunden-Pflegekraft bezieht sich darauf, dass meist 24 Stunden am Tag eine Person zugegen ist und bei Notfällen eingreifen kann. Dabei handelt es sich natürlich nicht ausschließlich um Arbeitszeiten.

In der Regel arbeiten 24-Stunden-Pflegekräfte zwischen 35 und 40 Stunden wöchentlich. Dabei verteilt sich die Arbeitszeit auf die Phasen, in denen der Patient konkrete Unterstützung benötigt oder Aufgaben im Haushalt anfallen.

Zwischendrin werden der Pflegekraft Pausen und Freizeit eingeräumt. Die meisten Betreuerinnen und Betreuer ziehen sich dann gern zurück um beispielsweise mit Verwandten und Freunden in der Heimat zu telefonieren. Da viele Betreuungskräfte über einen Zugang zu E-Learning-Plattformen verfügen, wird die Zeit auch gern genutzt um digitale Kurse zu absolvieren oder die Sprachkenntnisse zu verbessern.

Ruhezeiten sind wichtig für die Betreuung

Ruhephasen sind für eine gleichbleibend liebevolle und engagierte 24-Stunden-Pflege unerlässlich, denn auch für die Betreuungskräfte stellt die Tätigkeit langfristig eine Belastung dar. Aus diesem Grund sind Regenerationszeiten nicht nur im Interesse der Pflegekraft, sondern auch des Gepflegten. Damit trotzdem auch in der Nacht die Erreichbarkeit gewährleistet werden kann, empfehlen wir einen Hausnotruf oder ein sogenanntes Babyfon. Entsprechenden Freizeitausgleich muss es dann allerdings am Tag geben.

 


Wie sind Arbeitszeiten der 24-Stunden-Pflegekraft gesetzlich geregelt?

Die meisten 24-Stunden-Pflegekräfte sind als entsendete Arbeitnehmer in Deutschland tätig. Das bedeutet, dass ihre Arbeitserlaubnis auf dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz beruht. Als Bestätigung darüber muss für jeder Kraft eine sogenannte A1-Entsendebestätigung vorliegen.

Ursprünglich diente das Gesetz dazu hiesige Arbeitnehmer vor Billig-Konkurrenz zu schützen. Inzwischen hat sich der Zweck jedoch ausgeweitet. Mit den rechtlichen Vorteilen gehen aber auch einige Verpflichtungen einher. So werden hiesige Regeln zu Arbeitsschutz und Arbeitszeiten auch für entsendete Arbeitnehmer gültig. Folglich gilt für 24-Stunden-Pflegekräfte nicht nur der gesetzliche Mindestlohn, sondern auch die 40-Stunden-Woche.

Um die 24-Stunden-Pflege rechtskonform zu gestalten, verteilen sich die Arbeitszeiten über den Tag und es wird immer wieder Freizeit gewährt. Grundsätzlich sind damit auch Nachteinsätze rechtlich unproblematisch, müssen jedoch mit entsprechenden Freiräumen ausgeglichen werden.


Warum ist der Freizeitausgleich für die 24-Stunden-Pflegekraft wichtig?

Wie für jeden Arbeitnehmer spielt auch für 24-Stunden-Pflegekräfte die Freizeit eine große Rolle.

Pflegekraft
Besonders die Pflege bettlägeriger Menschen kann
körperlich belastend sein

Die Pflege eines Menschen geht mit großen psychischen und körperlichen Belastungen einher, weshalb Erholung und Ruhe auch maßgeblich für eine gleichbleibend hohe Qualität in der Betreuung sind.

Die Freizeit nutzen die meisten Pflegekräfte dazu Kontakte in der Heimat zu pflegen. Vielen Betreuern ist daher auch ein Internetanschluss im Haus sehr wichtig, da die Kommunikation über verschiedene Messenger-Dienste so wesentlich unkomplizierter abläuft und beispielsweise auch Videoanrufe möglich sind. Daneben ermöglicht ein Internetanschluss auch das Lesen von Nachrichten und Zeitungen in der Muttersprache, was häufig sehr geschätzt wird.


Wie viel Freizet muss ich der Pflegekraft einräumen?


Grundsätzlich ist die Frage nach der erforderlichen Freizeit recht einfach zu beantworten. Die wöchentlichen Arbeitszeit ist allein vom Gesetzgeber auf maximal 48, in Ausnahmefällen bis zu 60 Stunden begrenzt. Hinzukommt, dass 24-Stunden-Pflegekräfte in der Regel über einen Arbeitsvertrag von 40 Stunden pro Woche verfügen. Diese sollten nach Möglichkeit nicht dauerhaft überschritten werden.

Liegt die Arbeitszeit wesentlich höher als vorab vereinbart, muss die Zeit entsprechenden ausgeglichen werden. Im Idealfall bespricht man sich nach der ersten Woche mit dem Anbieter und holt Feedback von der Betreuungskraft ein. Sind alle Seiten zufrieden profitiert davon letztlich auch die Pflege.

Im Idealfall fügt sich die 24-Stunden-Pflegekraft so reibungslos in den Haushalt ein, dass sich Ruhe- und Pflegezeiten in den Alltag integrieren. Unabhängig ob Ruhezeit oder aktiv im Dienst, sollte es zu einem Notfall kommen oder ein akutes Problem auftreten, steht Ihre 24-Stunden-Pflegekraft Ihnen natürlich zur Seite.