häusliche Pflegehilfe bringt Seniorin Tee

Die Zahl der pflegebedürftigen Senioren nimmt seit Jahren kontinuierlich zu und wird auch in Zukunft weiter steigen. Nur ein Bruchteil dieser Menschen wird stationär versorgt. Rund 800.000 der 3,4 Millionen Pflegebedürftigen sind stationär untergebracht. Ein Großteil dagegen wird von Angehörigen zu Hause gepflegt. Besonders zu Beginn lässt sich die Pflege noch gut durch Freunde und Verwandte organisieren. Nimmt der Unterstützungsbedarf jedoch zu, greifen immer mehr Familien auf eine häusliche Pflegehilfe zurück.


 


Wann lohnt sich eine häusliche Pflegehilfe?


Ob Unterstützung für die Pflege zu Hause benötigt wird, muss immer für den Einzelfall entschieden werden. Viele Angehörige sind berufstätig oder leben nicht in direkter Nähe zu ihrem pflegebedürftigen Familienmitglied. Entsprechend kann die Pflege nur in begrenztem Umfang erbracht werden.

In dieser Situation lohnt es sich über eine häusliche Pflegehilfe nachzudenken. Auch wenn die häusliche Pflege in Umfang und Aufwand das leistbare übersteigt kann professionelle Unterstützung eine sinnvolle Ergänzung sein. Besonders wertvoll ist die Versorgung zu Hause bei Menschen mit Demenz. Hier spielt das gewohnte Umfeld als Orientierungspunkt und Rückzugsraum eine besondere Rolle.


Welche Angebote für die häusliche Pflege gibt es?


Die Entscheidung für oder gegen eine häusliche Pflege hängt nicht zuletzt vom Hilfsangebot in direkter Nähe ab. In vielen Regionen ist es möglich bei geringem Unterstützungsbedarf eine stundenweise Seniorenbetreuung zu beauftragen. Diese Leistung reicht jedoch langfristig meist nicht aus.

Eine beliebte Alternative ist dann die sogenannte 24-Stunden-Pflege. Hierfür kommt eine osteuropäische Betreuungskraft in den Haushalt des Pflegebedürftigen und nimmt aktiv am täglichen Leben teil. So kann auch bei schwereren Pflegefällen ein Umzug in eine stationäre Einrichtung vermieden werden – ein Herzenswunsch vieler Senioren.

Unabhängig davon, ob eine 24-Stunden-Pflege oder die stundenweise Seniorenbetreuung sinnvoll ist, muss für medizinische Dienstleistungen ein ambulanter Pflegedienst hinzugezogen werden. Dieser kommt regelmäßig in den Haushalt und übernimmt Aufgaben, wie den Verbandswechsel oder das Setzen von Spritzen.


Was kostet eine Pflegehilfe zu Hause?


Welche Kosten für eine häusliche Pflegehilfe entstehen, lässt sich nicht pauschal beziffern. Bei der stundenweisen Betreuung ist der Zeitaufwand für den Preis maßgeblich. Die Finanzierung erfolgt über den Entastungsbetrag von einheitlich 125 Euro. Mehrkosten müssen mit dem Pflegegeld beglichen werden.

Anders verhält es sich bei der 24-Stunden-Pflege. Hier ist die Pflegehilfe stets vor Ort und arbeitet täglich zwischen 6 und 8 Stunden. Entsprechend sind die Kosten höher. Dafür stehen jedoch weitreichende Förderungsmöglichkeiten zur Verfügung. Neben dem Pflegegeld kann die Verhinderungspflege genutzt werden und es besteht die Möglichkeit die Aufwendungen steuerlich geltend zu machen. Effektiv bleibt dann eine monatliche Belastung zwischen 800 und 1200 Euro.
 


Ist eine häusliche Pflegehilfe die Alternative zum Heim?


Wird der Unterstützungsbedarf eines Angehörigen größer und erfordert damit umfangreichere Betreuung, sind viele Angehörige unsicher ob die Pflege noch Zuhause gelingen kann. Hier ist ein genauer Blick notwendig. Nicht jeder Situation kann mit einer häuslichen Pflege begegnet werden. Besonders bei Menschen mit Pflegegrad 5 oder wenn umfangreiche medizinische Leistungen erbracht werden müssen, kann eine stationäre Unterbringung durchaus sinnvoll sein.

Für die überwiegende Mehrheit der Betroffenen ist eine häusliche Pflegehilfe jedoch eine gute Alternative zum Pflegeheim. Besonderes Augenmerk sollte schließlich neben der reinen Pflege auch auf dem persönlichen Wohlbefinden liegen. Selbstbestimmtheit, Würde und Sicherheit sind letztlich für die meisten Menschen untrennbar mit dem eigenen Zuhause verbunden. Nach Möglichkeit empfehlen wir daher immer, der häuslichen Pflege den Vorzug zu geben.