In Deutschland steigt die Anzahl an pflegebedürftigen Menschen von Jahr zu Jahr. Im Gegensatz dazu entscheiden sich jedoch immer weniger Menschen für eine Ausbildung im Bereich der Pflege. Dadurch kann die Nachfrage an qualifizierten Pflegekräften in Deutschland bereits jetzt kaum mehr gedeckt werden. Die Folge ist ein eklatanter Personalmangel in der gesamten Branche.

Folglich haben Pflegekräfte kaum Zeit, sich ausgiebig um die einzelnen Bedürftigen zu kümmern. Während grundlegende Pflegearbeiten wie das Waschen, Füttern und Anziehen durchaus abgedeckt sind, bleibt oftmals keine Zeit für ausgiebige Gespräche, Spaziergänge oder gemeinsame Spiele. Dies ist nicht nur belastend für die pflegebedürftigen Personen, sondern auch für die Pflegekräfte, die ihrer Arbeit oft mit einem anderen Ziel angetreten sind.

Um diesem Missstand entgegenzuwirken, werden bereits seit Jahren vermehrt Pflegekräfte aus dem Ausland nach Deutschland geholt, die Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen die Zeit schenken, die er im Alltag braucht.


Wieso mangelt es an qualifizierten Fachkräften?

Viele junge Menschen ziehen einen Beruf in der Pflege kaum mehr in Betracht. Sie bevorzugen Ausbildungsberufe, die mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen versprechen. Dabei handelt es sich bei der Pflege um ein Berufsfeld mit äußerst viel Verantwortung, bei dem man täglich aufs Neue gefordert wird.
Da die Höhe der Bezahlung jedoch nicht das Maß an Anstrengung widerspiegelt, der sich Pflegekräfte tagtäglich aussetzen, ist es wenig verwunderlich, dass personeler Notstand in diesem Sektor herrscht.

Aus diesem Grund zieht es in den letzen Jahren verstärkt Pflegekräfte aus dem Ausland nach Deutschland, ein Segen für die chronisch überlastete Pflegebranche. Inzwischen liegt der Anteil ausländischer Pflegekräfte bei fast 20 Prozent.

Profitieren können aber nicht nur die Pflegedienste, sondern auch die auch die ausländischen Kräfte. Gegenüber den Verdienstmöglichkeiten in den Heimatländern ist die Bezahlung nach deutschem Pflege-Branchenlohn eine attraktive Alternative. Hinzu kommt, dass die Verpflegung für Pflegepersonal in der 24-Stunden-Pflege inkludiert ist und so in Deutschland kaum Ausgaben getätigt werden müssen.


Woher kommen die ausländischen Pflegekräfte?

Bereits seit mehreren Jahren werden ausländische Pflegekräfte vorwiegend über Vermittlungsagenturen in Deutschland angestellt. Dabei kümmert sich die Vermittlungsagentur um alle rechtlichen und versicherungstechnischen Fragen, damit Ihre Anstellung auf einer legalen Basis fußt.

Die meisten ausländischen Pflegekräfte in Deutschland kommen ursprünglich aus der Ukraine, Tschechien, Polen, Slowenien oder Russland. Aufgrund der schlechteren Arbeitsperspektiven in ihrem Heimatland entscheiden sich viele dieser ausländischen Pfleger für einen Arbeitsplatz in Deutschland. Die Vermittlungsagenturen stellen dabei sicher, dass diese eine vergleichbare Ausbildung wie deutsche Pflegekräfte und bestenfalls etwaige Spezialisierungen und Fachkenntnisse vorweisen können.


Pflegekräfte aus dem Ausland langfristig eine Lösung?

Sicher ist: auf absehbare Zeit lassen sich die Probleme im Pflegesektor nicht vollständig beheben. Selbst wenn es gelingt junge Menschen für Pflegeberufe zu begeistern, vergehen einige Jahre bis diese am Markt verfügbar sind. Hinzu kommt, dass die häusliche 24-Stunden-Pflege durch deutsche Kräfte kaum zu finanzieren ist. Deshalb sind Pflegekräfte aus dem Ausland auf absehbare Zeit eine enorme Entlastung für die Branche und unzählige Familien. Trotzdem muss auf lange Sicht auch von Seiten der Politik gehandelt werden um eine menschenwürdige Pflege auch in Zukunft finanzierbar zu machen.

 

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