Ambulante Intensivpflegerin hält Hände

Im Alter kommt es oft zu physischen und psychischen Erkrankungen, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen. Schwerwiegende oder sogar lebensbedrohliche Vorkommnisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall erfordern in der Regel sogar längere Zeiträume umfassender Betreuung. Dank der Möglichkeit der ambulanten Intensivpflege müssen Ihre Angehörigen die Zeit der Rekonvaleszenz aber nicht im Krankenhaus verbringen, sondern können im eigenen Zuhause gepflegt werden.


Warum ambulante Intensivpflege sinnvoll sein kann


Die Atmosphäre in Krankenhäusern ist häufig steril und geprägt von Krankheit und Leid. Ärzte und Pflegekräfte arbeiten oft an ihren Belastungsgrenzen und haben kaum Zeit, sich umfassend um alle Patienten zu kümmern. Gerade bei älteren Menschen, die auf der Intensivstation liegen, ist es besonders wichtig, selbst kleinste Veränderungen wahrzunehmen. Diese können zum Beispiel ein Anzeichen für eine Verschlechterung ihres Zustandes sein. Werden diese Warnzeichen rechtzeitig realisiert und entsprechende Maßnahmen eingeleitet, lassen sich Gefahren für die Gesundheit in den meisten Fällen problemlos abwehren.
Neben dem Vorteil einer intensiveren Betreuung zu Hause, spielen natürlich auch die Wünsche Ihres Angehörigen eine maßgebliche Rolle bei der Entscheidung für eine ambulante Intensivpflege. Viele Senioren wollen so lange wie möglich in der vertrauten Umgebung bleiben, da dies ein Gefühl von Sicherheit und Ruhe schafft. Die enge Bindung zu Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern wird erleichtert, da Besuche lieber zu Hause bei dem Pflegebedürftigen als in einem Krankenhaus oder Pflegeheim getätigt werden.


Organisation einer ambulanten Intensivpflege


Da für Intensivpflegebedürftige jederzeit eine lebensbedrohliche Situation eintreten kann, benötigen diese in vielen Fällen eine ambulante Intensivpflege rund um die Uhr. Diese Leistung wird nicht von allen Pflegediensten angeboten. Informieren Sie sich daher am besten vor der Entlassung aus der Klinik, welche Anbieter in Frage kommen. Das für die ambulante Intensivpflege eingesetzte Personal muss nicht nur die Ausbildung zur examinierten Pflegekraft absolviert haben, sondern auch jährliche Fortbildungen vorweisen. Außerdem gibt es spezielle Zusatzqualifikationen für Fachpflegekräfte in der Intensivpflege. Das ist essenziell, da für diesen Bereich besonderes Fachwissen notwendig ist, um Situationen richtig einzuschätzen und schnell und gezielt zu reagieren, damit Gefahrensituationen jederzeit abgewendet werden können. Bei medizinischer Indikation wird die ambulante Intensivpflege vollständig von der Krankenkasse übernommen. Häufige Diagnosen, die eine Intensivpflege zu Hause unter Umständen nötig machen, sind:

  • Respiratorische Insuffizienz mit Notwendigkeit einer Beatmung
  • Querschnittslähmung
  • Koma oder Wachkoma
  • Tumorerkrankungen
  • Schädel-Hirn-Traumata
  • Bestimmte neurologische Erkrankungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Probleme im Flüssigkeits- oder Elektrolythaushalt


Ambulante Intensivpflege und 24-Stunden-Betreuung – eine ideale Kombination


Pflegedienste, die eine ambulante Intensivpflege durchführen, bieten eine medizinische Rund-um-Versorgung Ihres Angehörigen. Viele andere Bereiche des täglichen Lebens gehören allerdings nicht zum Tätigkeitsfeld einer Intensivpflegekraft. Da Ihr bettlägeriger Angehöriger nicht mehr in der Lage ist, seinen Haushalt selbst zu führen, müssen Sie ihm zur Seite stehen und putzen, waschen sowie einkaufen. Oder sie legen diese Aufgaben in die Hand einer Betreuungsperson: Eine 24-Stunden-Pflegekraft ist die optimale Ergänzung zu den Leistungen der ambulanten Intensivpflege. Sie kümmert sich um alle Belange des täglichen Lebens, während der Pflegedienst die medizinische Versorgung übernimmt. So werden Sie in allen pflegerischen Bereichen entlastet und haben Zeit für Ihr eigenes Leben gewonnen.

Da Pflegekräfte in der 24-Stunden-Pflege nicht über die notwendige Ausbildung verfügen, dürfen Sie die medizinischen Dienste der ambulanten Intensivpflege nicht übernehmen. Darunter fallen Aufgaben wie die Bedienung des Beatmungsgerätes, die Überwachung der Vitalwerte, die Verabreichung von Medikamenten und Infusionen oder die Wundversorgung. Dafür sind Fachkräfte mit den entsprechenden Aus- und Weiterbildungen erforderlich, wie die Intensivpflegekräfte der ambulanten Pflegedienste. Die 24-Stunden-Betreuung sorgt hingegen für ein wohnliches Ambiente und eine hingebungsvolle Pflege Ihres Angehörigen, worunter auch Dienstleistungen wie Körperpflege oder einfach das regelmäßige Reden mit dem bettlägerigen Patienten fallen.